Zoologie Reptil mit Rückspiegel

Diese Wasserschlange spürt es, wenn sich Feinde von hinten annähern: Die Haut an ihrem Körperende kann wahrnehmen, wenn sich die Einstrahlung des Lichts verändert.

Von Sebastian Herrmann

Wer sich in räuberischer Absicht einer Seeschlange nähern will, sollte von hinten heranschwimmen. Schließlich können sich viele Spezies wehren, indem sie ihr Gift einsetzen. Allerdings hat die Evolution dafür gesorgt, dass sich manche dieser Tiere auch auf Überfälle aus ihrem Rückraum eingestellt haben: Die Haut am abgeflachten Ende der Aipysurus laevis reagiert sensibel auf Licht und kann auf diese Weise wahrnehmen, wenn sich ein Feind von hinten annähert. Das berichten Wissenschaftler um Jenna Crowe-Riddell von der australischen University of Adelaide im Fachjournal Molecular Ecology.

Die Oliven-Seeschlange - ihr Körper ist grün-braun gefärbt - lebt im Ozean um Australien. Tagsüber verbergen sich die Tiere unter Korallen oder Felsvorsprüngen. Weil die Schlangen aber einen sehr langen Körper haben, ist es erstens schwer, den ganzen Leib zu verstecken, und zweitens, ihn vom Kopf aus ganz im Blick zu haben. Die Haut am Schlangenende verfügt daher über Rezeptoren, die Lichtveränderungen wahrnehmen. Wenn also ein hungriger Hai heranschwimmt, spürt Aipysurus laevis die Veränderung der Lichtverhältnisse und kann ihren Schwanz in Sicherheit bringen - es ist, als verfügte das Tier über einen eingebauten Rückspiegel.