Zoologie Aus der Zeit der Dinosaurier

(Foto: Leif Moritz)

Eingeschlossen in Bernstein haben Forscher eine neue Art von Tausendfüßern entdeckt.

Von Hanno Charisius

Vor rund 99 Millionen Jahren marschierte ein siebeneinhalb Millimeter langer Tausendfüßer irgendwo in der Gegend, in der heute der Staat Myanmar liegt, in einen Tropfen Harz und entkam der klebrigen Masse nicht wieder. Er verendete im pflanzlichen Wundsekret. Der Tod des Tieres lässt sich deshalb so präzise beschreiben, weil er im Harz zu Bernstein erstarrt ist. Das alleine ist keine Besonderheit. Überall an den Gestaden der Meere werden Bernsteine angespült, die Insekten und andere Lebewesen aus der Frühzeit der Erde bis ins Heute transportieren. Der Tausendfüßer von Myanmar trägt jedoch so viele merkwürdige Merkmale, dass der Taxonom Thomas Wesener vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn und seine beiden Kollegen davon ausgehen, es hier mit einer neuen Art zu tun haben. Wie sie im Fachjournal Zoo Keys berichten, untersuchten sie den Fund mit einem 3-D-Röntgenmikroskop und erschufen ein dreidimensionales Abbild der Kreatur, die sie dann im Detail studieren konnten. Die drei Forscher nannten ihre Entdeckung schließlich Burmanopetalum inexpectatum - weil niemand mit einer solchen Entdeckung gerechnet hatte.