WissenschaftsgeschichteSpäte Ehrung

Die Astronomin Rubin auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1965.
Die Astronomin Rubin auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1965. (Foto: Carnegie Institution of Washington)

Den Nobelpreis wird die 2016 gestorbene Astronomin Vera C. Rubin nicht mehr bekommen. Aber ein Riesen-Teleskop wurde jetzt nach ihr benannt.

Von Christian Weber

Den Nobelpreis kann sie nicht mehr erhalten, obwohl sie ihn nach Ansicht vieler Fachkollegen verdient gehabt hätte: Die US-amerikanische Astronomin Vera Cooper Rubin starb am 25. Dezember 2016 im Alter von 88 Jahren. Berühmt zumindest in Fachkreisen wurde sie, weil sie in den 1970er-Jahren den ersten überzeugenden Beleg für die Existenz dunkler Materie fand, eine unsichtbare, mysteriöse Substanz, die über ihre Gravitation die Struktur des Universums beeinflusst. Auf dem Bild sieht man, wie Rubin 1965 im Lowell-Observatorium in Flagstaff, Arizona, an einem Teleskop hantiert. Frauen waren damals noch selten in der Wissenschaft, erst recht in der Astronomie. Rubin selbst wurde noch die Aufnahme an der Princeton University verwehrt. Als sie einst ein Gespräch mit einem bedeutenden Astrophysiker führen wollte, wurden sie in die Lobby des Instituts verwiesen, weil Frauen keinen Zugang zu den Büros hätten. Später wurde sie allerdings mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, zu denen sich jetzt eine weitere gesellt: Die National Science Foundation wird ein neues Observatorium auf dem Berg Cerro Pachón in Chile nach Vera C. Rubin benennen. Mit seiner Hilfe wollen Astronomen von 2022 an weiter die dunkle Materie erforschen.

© SZ vom 14.01.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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