Wissenschaft - Greifswald:Nach Brexit: Loeffler-Institut bestimmt Tierseuchen

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Greifswald (dpa/mv) - Infolge des Brexits hilft das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald Nordirland künftig bei der Abklärung von Tierseuchen. Es werde für das Land die Aufgabe eines nationalen Referenzlabors für bestimmte Tierseuchen übernehmen, teilte das FLI am Montag mit. Zuvor habe Nordirland auf Labore etwa in England zurückgegriffen, erklärte FLI-Sprecherin Elke Reinking. Wegen des künftigen Sonderstatus Nordirlands stünden diese Labore nicht mehr zur Verfügung.

Mit dem zwischen der EU und Großbritannien vereinbarten Brexit-Handelspakt bleibt Nordirland enger an die EU gebunden als der Rest des Königreichs. Das Land benötigt wie EU-Mitgliedstaaten festgelegte Referenzlabore für anzeigepflichtige Tierseuchen.

Konkret soll das FLI die Diagnostik der Blauzungenkrankheit, der Klassischen sowie der Afrikanischen Schweinepest übernehmen. Bestünden nach Erstuntersuchungen in Nordirland Verdachtsfälle, würde das FLI die Fälle anhand von Proben gegebenenfalls amtlich bestätigen. Ähnlich erfolgt auch die Zusammenarbeit des FLI in Deutschland mit den Bundesländern. Die Unterstützung eines anderen Landes ist laut Reinking nicht unüblich. Eine solche Zusammenarbeit habe es zuvor beispielsweise schon mit Polen gegeben.

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