Wissenschaft - Berlin:Forscher: Mehr Schutz für dicke Fische lohnt sich

Berlin
Ein Fischkutter. Foto: Marcus Brandt/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Berlin (dpa) - In der Fischerei gilt oft: Kleine Fische dürfen weiterleben, große werden entnommen. Große, alte Fische - so die verbreitete Annahme - leisten keinen wesentlichen Beitrag für die Erneuerung der Fischbestände mehr. Berliner Forscher sind nun zusammen mit Kollegen anderer Länder bei Analysen zu dem Schluss gekommen, dass die Bedeutung großer weiblicher Fische systematisch unterschätzt wird. Sie plädieren dafür, diese "Megalaichfische" stärker zu schonen, um die Bestände besser vor Überfischung zu schützen oder ihre Erholung zu beschleunigen.

"Die Ei-Anzahl je Gramm Fischweibchen steigt mit der Fischmasse an, zum Beispiel bei Dorschen oder Hechten. Das bedeutet, dass die systematische Entfernung der großen Laichfische zahlenmäßig besonders negative Wirkungen auf die Gesamtzahl abgegebener Eier hat", erläuterte Robert Arlinghaus vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Humboldt-Universität Berlin. Er ist Mitautor der im Fachjournal "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften vorgestellten Studie.

Insgesamt untersuchten die Forscher 32 Arten. Das Laichpotenzial von Beständen mit kleinen Fischen wird demnach im Schnitt um 22 Prozent überschätzt. Ein Resultat dieser Fehleinschätzung könne sein, dass Fangquoten systematisch zu hoch festgesetzt werden oder ungünstige Schonmaßnahmen wie Mindestmaße flächendeckend zum Einsatz kommen. Die Forscher empfehlen selektivere Fangmethoden, die neben den jungen auch die sehr großen Fische schonen.

© dpa-infocom, dpa:210817-99-866811/2

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