Hänsel und Gretel fauchten und spuckten, als sie aus dem Wald gerettet wurden. Eine Joggerin hatte die beiden Katzenkinder in einem Wald in Baden-Württemberg aufgelesen. Offenbar hatte ihre Mutter die Kleinen zurückgelassen, und um alleine zurechtzukommen, waren sie noch viel zu jung. Die Joggerin gab den Katzenkindern die naheliegenden Namen - und hatte ihre liebe Mühe mit den aggressiven Kleinen. Selbst die Katzen, die bisher schon im Haus der Frau wohnten, hielten Abstand zu den Neuankömmlingen. Schließlich löste ein Tierarzt das Rätsel um die verhaltensauffälligen Jungtiere: Es handelte sich im wahrsten Sinne des Wortes um Wildfänge. Hänsel und Gretel waren keine Hauskatzen, auch keine verwilderten. Sie waren Wildkatzen, Vertreter der Art Felis silvestris silvestris, auf Deutsch: Europäische Wild- oder Waldkatze.
Artenschutz:Rückkehr der Waldgeister
Seltener Anblick: eine scheue Wildkatze.
(Foto: Klaus Echle/Knesebeck Verlag)- Bereits gegen 1900 galten Wildkatzen in vielen Teilen Deutschlands als ausgestorben.
- Mittlerweile leben mehrere Tausend der Tiere wieder im Land.
- Ihre Rückkehr verdankt sie auch Naturschützern, die jahrelang Bäume gepflanzt und ihr so neue Lebensräume bereitet haben.
Von Katrin Blawat
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