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Wiederaufbereitungsanlage:Natürliche Strahlung erschreckt Sellafield-Betreiber

Wiederaufbereitungsanlage Sellafield

In der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield ist es in der Vergangenheit mehrmals zu Störfällen gekommen

(Foto: Reuters)

In der Vergangenheit ist es in der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield mehrmals zu schweren Störfällen gekommen. Diesmal gehen die erhöhten Strahlenwerte aber offenbar auf natürliches Radon zurück.

Natürliches Radon hat die Öffentlichkeit in Großbritannien beunruhigt: In der Umgebung der umstrittenen britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield hat das radioaktive Element offenbar zu auffälliger Strahlung geführt.

Nachdem in der Nacht von einem Sensor der Anlage in der Umgebungsluft erhöhte Radioaktivität gemessen worden war, hatte der Betreiber alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter am Freitag angewiesen, zu Hause zu bleiben.

Gemeldet hatte die Strahlung ein Fühler am Außenzaun der Anlage im Nordwesten Englands an der Irischen See. Die Radioaktivität war höher als das gewöhnliche Niveau der natürlich auftretenden Strahlung. Eine Gefahr, so hatte das Unternehmen als auch die britische Regierung erklärt, bestünde aber nicht. Und es gebe keinen Hinweis auf einen atomaren Störfall.

Da sämtliche Abteilungen bestätigt haben, dass der Betrieb normal laufe, und da nirgendwo Radioaktivität austritt, gehen die Fachleute nun davon aus, dass es sich doch um natürliche Radioaktivität handelt.

Im größten Atomkomplex Europas kam es bereits mehrfach zu Zwischenfällen, darunter der schwerste Atomunfall in der britischen Geschichte: 1957 brach in einem der Reaktoren ein Brand aus, wodurch radioaktives Material freigesetzt wurde. 2005 wurde radioaktiver Abfall entdeckt, der vermutlich über Monate hinweg ausgetreten war.

Auf dem Gelände des Komplexes befindet sich unter anderem ein 150 Meter langes Abklingbecken zur Lagerung verbrauchter Brennelemente. 2009 bezeichnete der stellvertretende Geschäftsführer von Sellafield, George Beveridge, dieses als "das gefährlichste Industriegebäude in Westeuropa".

© SZ.de/mcs/chbr
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