Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe:Risiko Flugzeugabsturz

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In Karlsruhe verfolgt man den Vorgang mit großer Skepsis und Protesten. Mehr als 1000 Einwendungen gegen das Verglasungsverfahren gingen ein. Kritiker stört vor allem, dass die Leitung von der alten Wiederaufbereitungsanlage in den Schmelzofen nicht gegen einen Flugzeugabsturz gesichert ist.

Vor allem die Grünen dringen aber auf die schnelle Verglasung. Weil die derzeitige Lagerung wohl nicht noch einmal genehmigungsfähig wäre und wegen der steigenden Kosten. Etwa drei Milliarden Euro wird die Verglasung wohl kosten. Die Stromkonzerne zahlen davon etwa 1,4 Milliarden, den Rest vor allem der Bund. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl warnte bereits, angesichts explodierender Kosten bei der Sicherheit zu sparen. Sie kritisierte insbesondere, dass der verglaste Atommüll vor der Fahrt ins Zwischenlager "bis zu eineinhalb Jahre lang in Castoren mit nur einem einzigen Deckel in einer Art Garage" aufbewahrt werden solle.

Sicher ist zumindest schon, dass für den Rückbau der Anlage deutlich mehr gezahlt werden muss, als der Bau je gekostet hatte. Franz Josef Strauß, der damalige Minister für Atomfragen,hatte 1956 beschlossen, das Kernforschungszentrum zu bauen.

Eigentlich sollte das Zentrum in der Nähe von München entstehen, Bundeskanzler Konrad Adenauer fand das aber zu nahe bei den Russen. Damals war die Atomkraft noch nicht umstritten, viele Städte bewarben sich um den Standort. Schließlich wurde in Karlsruhe gebaut. Der erste Forschungsreaktor dort ging 1961 in Betrieb, zehn Jahre später folgte die Wiederaufbereitungsanlage.

Nach dem Atomausstieg hat sich auch das Kernforschungszentrum umbenannt. Es heißt nun nur noch Forschungszentrum und betätigt sich in vielen Bereichen. Es wird beispielsweise erforscht, wie aus biologischen Abfällen Kraftstoffe gewonnen werden können. Noch ist aber nicht alles Bio. Atomexperten gibt es dort immer noch. Sie sind unter anderem mit dem Rückbau der atomaren Anlagen in Deutschland über Jahrzehnte hin gut ausgelastet. Und die Karlsruher Bürger hoffen, nach Jahrzehnten der Planung und Kosten von vielen Milliarden, nun bald ihre versprochene grüne Wiese zurückzubekommen.

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