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Wie die Ehe hält:Wenig Sex und unsicherer Partner machen die Ehe

Trotzdem sind viele Menschen überfordert, im ersten Überschwang der Hormonwallungen den richtigen Partner zu finden, ihn an sich zu binden und lange zu behalten. Es gelingt ihnen nicht, diejenigen zu identifizieren, die nicht nur aktuell zum leidenschaftlichen Geliebten taugen, sondern auch gute Eltern und verlässliche Partner abgeben. Manchmal schließt sich das geradezu aus - wer auf den ersten Blick (und für die erste Nacht) attraktiv erscheint, ist oft für die Langstrecke nicht geeignet und macht sich wieder aus dem Staub, sobald der Müll runtergebracht werden muss.

Ein guter Test darauf, ob eine Bindung zwischen Mann und Frau haltbar ist, erfolgt unbewusst bereits in den ersten Momenten der Kontaktanbahnung: Wer sich nahekommen will, muss einander riechen können. Das klingt banal, ist aber entscheidend, denn wer sich gerne riechen mag, bleibt auch länger zusammen. Evolutionär ist dieses Auswahlkriterium sinnvoll, denn ein als attraktiv empfundener Geruch weist darauf hin, dass sich das Immunsystem des potenziellen Partners deutlich vom eigenen unterscheidet. Das bedeutet, dass sich ihre Abwehrsysteme in den Nachkommen mischen und diese widerstandsfähiger gegen diverse Keime sind.

Doch auch die richtige Duftnote garantiert noch keine stabilen Verhältnisse. Wissenschaftler haben daher untersucht, welches die Zutaten für haltbare Ehen sind und schnell festgestellt: um Glück geht es dabei eher nicht. Himmelhochjauchzende Begeisterung ist sogar so ziemlich das Letzte, was stabile Langzeitbeziehungen ausmacht - sondern eher: Wenig Sex, chronische Unzufriedenheit und unsichere Partner. Was sonst noch hilft, steht auch nicht unbedingt in den Fibeln für Beziehungsanfänger: Die richtige Größe. Und für Männer gilt: Öfter mal die Klappe halten.

Wer silberne oder gar goldene Hochzeit feiern will, sollte sich einen unsicheren Partner zulegen. Einen, der zögert und zweifelt. Einen, der ungern Entscheidungen trifft. Seine Angst davor, den anderen zu verlassen, ist so groß und die Zerrissenheit zwischen verschiedenen Möglichkeiten so quälend, dass eine Trennung gar nicht infrage kommt. Schlimmer als das bekannte Unglück ist für unsichere Menschen die Angst vor einer neuen, unbekannten Situation. "Ein unsicherer Mann und eine sichere Frau - das ist ein ziemlich haltbares Paket", sagt Julia Berkic vom Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik.

Wer lange mit seinem Partner zusammen bleiben will, sollte außerdem groß sein. Zumindest für Männer ist diese Äußerlichkeit hilfreich, denn entgegen anders lautender Gerüchte: Größe zählt für Frauen eben doch. Groß gewachsene Männer haben bessere Chancen bei Frauen. So sind kinderlose Männer im Durchschnitt deutlich kleiner als jene Männer, die Vater geworden sind. Auch unter Junggesellen finden sich überdurchschnittlich viele Männer von geringem Körperwuchs.

Große Männer jenseits der 1,90 Meter zweifeln außerdem weniger an der Treue ihrer Partner. Sie wissen schließlich, dass sie bessere Erfolgsaussichten bei Frauen haben und sich nicht sorgen müssen, plötzlich allein dazustehen. Große Männer gehen deswegen entspannter mit dem Gedanken an mögliche Rivalen um. Sie haben Größe. Aus dieser Großzügigkeit heraus halten die Beziehungen großer Männer meist länger.

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