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Wetterstatistik:2014 steuert auf Temperatur-Rekord zu

Im Oktober haben die Thermometer neue globale Spitzenwerte angezeigt. Besonders die Meere sind so warm wie nie. Weil das seit Monaten so geht, könnte 2014 auf einen Rekord zusteuern.

Der Oktober 2014 geht als Rekordmonat in die Wetterstatistik ein. Laut Daten der amerikanischen Wetterbehörde NOAA war der vergangene Monat global gesehen um 0,74 Grad wärmer als der Durchschnitt des 20. Jahrhunderts und hat damit den bisher wärmsten Oktober im Jahr 2003 knapp übertroffen.

Es ist nicht der einzige Rekord in diesem Jahr: Seit April haben alle Monate außer dem Juli Spitzenwerte in Sachen Durchschnitts-Temperatur erzielt. Diese wird aus Messungen an Land und auf See ermittelt. Die ersten zehn Monate des Jahres erlauben daher erste Ausblicke auf die vermutliche Jahresbilanz. NOAA zeigt einige Szenarien, wie das Jahr abschließen könnte. Demnach müssten die Temperaturen im November und Dezember jeweils unter den zehnten Rang der langfristigen Statistik fallen, damit 2014 nicht zum wärmsten je gemessenen Jahr wird.

Rekordtemperaturen selbst ohne das Wetterphänomen El Niño

Der Treiber der Wärme waren dabei eindeutig die Ozeane, die seit Mai durchgehend wärmer waren als je zuvor festgestellt wurde. Im Juni gab es sogar den Rekord für das global wärmste Meerwasser in der Statistik, der dann schon im August ein weiteres Mal übertroffen wurde. Die Experten der NOAA betonen dabei, dass die große Wärme ohne das sogenannte El-Niño-Phänomen erreicht worden sei. Bei diesem alle paar Jahre im Pazifik wiederkehrenden Ereignis formt sich ein ausgedehntes Band von warmem Wasser am Äquator, die Hoch- und Tiefdruckgebiete verschieben sich, und die Temperaturen der globalen Statistik bekommen Anschub.

Wetterexperten, zum Beispiel bei der Meteorologischen Weltorganisation WMO, sehen die typischen Zeichen eines El Niño in diesem Jahr als noch nicht erfüllt. Wie aber auch der Deutsche Wetterdienst bestätigt, könnte sich das Phänomen im Winter noch entwickeln. Rekordtemperaturen ohne El Niño sind bedeutsam, weil das Phänomen bisherige Rekordjahre wie 1998 und 2010 beflügelt hat.

"Hoffentlich beenden die Daten die albernen Behauptungen, der Klimawandel habe aufgehört oder mache eine Pause", kommentiert der amerikanische Klimaforscher Michael Mann die Zahlen gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die Erwartung könnte allerdings enttäuscht werden wie zuletzt, als 2010 zum Rekordjahr wurde. Leugner des Klimawandels ignorieren aller Erfahrung nach wissenschaftliche Daten, wenn sie nicht in ihr Weltbild passen.