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Wetterphänomen:Wie ein Tornado entsteht

Kansas Tornado

Ein Tornado in Kansas: In den USA sind die Windhosen besonders häufig.

(Foto: AP)

Bis zu 60 Tornados werden jährlich in Deutschland registriert. Wie es dazu kommt, und was Sie tun sollten, wenn sich der Wirbel nähert.

Entwurzelte Bäume, beschädigte Dächer und zertrümmerte Gartenhäuschen: Es war wohl ein Tornado, der am Dienstagabend eine Schneise der Verwüstung in Hamburg hinterließ. Die Stürme sind in Deutschland längst nicht so häufig wie in den USA, doch auch hierzulande registriert der Deutsche Wetterdienst jährlich 20 bis 60 Tornados.

Sie entstehen - vereinfacht ausgedrückt - wenn warme, feuchte Luft nach oben strömt und dort auf kalte Luft trifft. Die warme Luft kondensiert und setzt Energie frei. Weht der Wind in der Höhe aus anderer Richtung als am Boden, beginnt die Luftsäule zu rotieren. Der Trichter aus wirbelnder Luft kann sich mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde drehen.

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In den USA kommt es häufiger zu dem ungünstigen Zusammenspiel unterschiedlicher Luftmassen. Vor allem im Mittleren Westen trifft regelmäßig trocken-kalte Luft aus dem Norden mit feucht-warmer Luft aus der Region des Golfes von Mexiko zusammen.

Ausweichen nicht aussitzen

Ein Tornado ist recht schwer vorherzusagen. Denn anders als großflächige Wirbelstürme sind die Luftsäulen so schmal, dass sie Satelliten und dem Wetterradar entgehen. In Mitteleuropa sind die meisten Tornados nicht breiter als 100 Meter. Ihnen auszuweichen, ist daher leicht möglich.

Autofahrer, die den Wirbel kommen sehen, sollten schnellstmöglich einen Abstand von mindestens einem Kilometer zwischen sich und dem Tornado herstellen. Im Wagen auszuharren wird - anders als beim Gewitter - nicht empfohlen. "Schutz im Auto zu suchen kann hier eine tödliche Entscheidung sein, da ein Tornado ein Auto locker Dutzende Meter in die Höhe heben kann", warnt der Deutsche Wetterdienst. Innerhalb von Orten sollte man in Häusern - fern von Fenstern und Türen - Zuflucht suchen. Wer zu Fuß auf freiem Feld von dem Sturm überrascht wird, sollte sich flach auf den Boden legen, um der Naturgewalt möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.

Ist der Tornado vorüber, hat er die typische Schneise aus entwurzelten Bäumen und weit verstreuten Gegenständen hinterlassen. Seine Spur kann mehrere Kilometer lang sein.

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