Werbegag oder mysteriöser Fund? "Rasender Falke" in der Ostsee

Eigentlich waren die schwedischen Schatzsucher auf der Suche nach Schiffswracks aus dem Ersten Weltkrieg. Dann spürten sie mit ihrem Sonargerät ein seltsames Gebilde auf dem Meeresgrund auf - und versuchen nun, Ufo-Fans T-Shirts anzudrehen.

Vielleicht ist es ja auch nur der Versuch, auf ungewöhnliche Weise T-Shirts zu verkaufen. Möglicherweise möchte jemand auch der Ufo-Gemeinde demonstrieren, wie leicht sie sich an der Nase herumführen lässt. Oder sind schwedische Schatzsucher tatsächlich auf ein unbekanntes Flugobjekt gestoßen, das in die Ostsee gestürzt ist?

Das Team der Firma Ocean Explorer von Peter Lindberg besteht selbst gar nicht darauf, dass es sich um ein Ufo handelt. "Wir haben überhaupt keine Ahnung, was wir da gefunden haben", stellen die Schweden klar. Aber gerade das Beharren darauf, man hätte niemals behauptet, es handele sich "um ein Ufo oder Atlantis oder so etwas", dürfte ihnen die Aufmerksamkeit der Ufo-Gemeinde beschert haben.

"Am 19. Juni wurde während des Einsatzes des Sonars eine sehr seltsame Anomalie gefunden", berichten die Schweden auf ihrer Homepage. "Peter Lindberg, der Initiator der Expeditionen, sagte, er habe niemals zuvor etwas Ähnliches gesehen, obwohl er Hunderte von Stunden damit verbracht hätte, Sonaraufnahmen des Meeresbodens zu betrachten", zitiert die Seite den eigenen Chef. Tatsächlich sind auf einem Bild Umrisse eines Gebildes zu sehen, das gewisse Ähnlichkeit mit dem Rasenden Falken von Han Solo aus Star Wars hat.

Der Rest der Welt solle selbst entscheiden, was das ist, sagt Lindberg. "Es liegt außerhalb unseres Interesses, das Objekt zu untersuchen, denn die Kosten für jede Stunde auf See sind gewaltig." Und schließlich könnte sich herausstellen, "dass da gar nichts ist - auch wenn es sich um ein neues Stonehenge auf dem Meeresgrund handeln könnte". Womit ein weiteres Stichwort für Ufo-Gläubige und Esoteriker in die Runde geworfen ist.

Eigentlich, so berichtet das Ocean-Explorer-Team auf seiner Internetseite, habe man zusammen mit einem schwedischen Weinhändler nach versunkenen Schätzen gesucht - Lieferungen von Champagner, Wein und Cognac, die sich an Bord schwedischer Handelsschiffe befanden, als diese während des Ersten Weltkriegs von den Deutschen versenkt wurden.

Weinkenner wissen möglicherweise, dass der russische Zar von Schweden aus mit edlem Champagner versorgt wurde. 1997 wurde das Wrack eines schwedischen Schoners geborgen, der 1916 von einem deutschen U-Boot versenkt worden war. An Bord der Jönköping befanden sich 50 Kisten Champagner, 17 Fässer Wein und 67 Fässer Cognac. Die teuren Tropfen wurden für Tausende von Euro pro Flasche versteigert.

Da sich inzwischen so viele Interessenten gemeldet hätten, die eine Untersuchung des Objektes fordern, bieten die Schatzsucher nun die Möglichkeit, Geld zu spenden. "So einfach ist das. Wir nutzen nun all unsere Freizeit und finanzielle Unterstützung dazu, den Kreis zu überprüfen, bevor der Winter mit seinem schlechten Wetter über die Baltische See hereinbricht."

Und wer nicht abwarten möchte, bis bei der Suche etwas - möglicherweise Enttäuschendes - herausgekommen ist, kann sich ja immerhin mit einem T-Shirt versorgen. Interessant sieht es ja aus - das Bild von dem mysteriösen Kreis.