Weimar (dpa/th) - Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, hat sich gegen Versuche gewehrt, die deutsche Erinnerungskultur zu verändern. „Das ist unsere Republik, das ist unsere Gedenkstätte“, sagte Knigge am Montag bei einer Kranzniederlegung im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar.
Dass in Buchenwald heute an die von Deutschen verübten Verbrechen während des Holocaust erinnert werde, sei ebenso wie die Formulierung des Artikels eins des Grundgesetzes der Bundesrepublik die richtige Antwort auf die Gräueltaten der Nationalsozialisten. Im Artikel eins der Verfassung heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Mehrfach grenzte sich Knigge in seiner kurzen Rede unweit des ehemaligen Lagertors von der AfD und deren Geschichtsbild ab - ohne die Partei direkt zu nennen. Allerdings wählte er Formulierungen, die auf die AfD verweisen. So sprach er zum Beispiel von jenen, die „ein trügerisches Blau“ als Parteifarbe gewählt hätten.
Er „hasse“ sie und deren Anhänger und Funktionäre nicht, sagte Knigge. „Aber sie sind unsere Gegner, an diesem Ort erst recht.“ Weder er noch andere Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora würden ein scheinheiliges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zulassen.
Das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar wurde im Sommer 1937 von den Nationalsozialisten errichtet. Bis zur Befreiung des Lagers im April 1945 wurden dort und in den schließlich 139 Außenlagern Buchenwald fast 280 000 Menschen unter unwürdigen Bedingungen eingesperrt. Mehr als 56 000 von ihnen wurden von den Nazis ermordet oder starben an Krankheiten, Hunger oder medizinischen Experimenten.
An der Gedenkveranstaltung mit Schweigeminute nahmen die politischen und gesellschaftlichen Spitzen Thüringens teil - unter anderem auch Thüringens amtierender Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke). Beide stützten Überlebende des Holocaust. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) trug zum Zeichen seiner Solidarität mit den Juden während der Gedenkveranstaltung eine Kippa.