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Wasserkraft:Wasserkraft contra Umwelt?

Gerade unter Naturschützern, die sich sonst in der Regel für regenerative Energieträger einsetzen, sind Fluss- und Speicher-Wasserkraftwerke umstritten. Damit solche Anlagen laufen können, muss meist schwerwiegend in die Umwelt eingegriffen werden.

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Im Rahmen des Drei-Schluchten-Staudamms soll der Yangtze-Fluss in China gestaut werden. Umweltschützer fürchten ein Ökodesaster

Lebensgrundlage vieler Tiere und Pflanzen gehen verloren

Der Fluss wird durch Wehre gestaut, Wasser aus dem eigentlichen Flussbett ausgeleitet. Oberhalb eines Kraftwerks entsteht so ein Anstau mit "stehendem" Wasser, aufgrund von Sedimentation geht der vormals überströmte Kies- und Geröllgrund als Lebensgrundlage vieler Fische verloren. Hinter der Ausleitung ist der Restabfluss im Mutterbett häufig so gering, dass von einem Fließgewässer nicht mehr gesprochen werden kann. Tier- und Pflanzenarten, die auf fließendes Wasser angewiesen sind, sterben aus. Dazu kommt, dass viele Fische in den Turbinen verletzt oder getötet werden.

Wehre als Sperren für wandernde Fische

Darüber hinaus sind die Wehre für wandernde Arten oft unüberwindlich, und auch Fischtreppen helfen den Tieren häufig nicht weiter. Naturnahe Fließgewässer, von denen es in Deutschland nur noch wenige gibt, gehen so verloren.

In Stauseen entstehen Treibhausgase

Die Anlage von Stauseen zum Zwecke der Stromerzeugung hat vielfältige Folgen für Mensch und Umwelt. So werden große Gebiete überschwemmt, Lebensräume von Tieren, Pflanzen und Menschen zerstört. Zerfällt die überflutete Biomasse im Wasser, so die Naturschützer, entstehen große Mengen Methangas, ein Gas, dass erheblich stärker zum Treibhauseffekt beiträgt als Kohlendioxid.

Beispiel "Drei-Schluchten"-Stausee

Eines der aus diesen Gründen umstrittensten Projekte ist der "Drei-Schluchten-Staudamm", der in China das größte Wasserkraftwerk der Welt versorgen soll. Die Anlage wird nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace und anderer Naturschutzgruppen zu einem Ökodesaster führen:

Wenn der Staudamm in Sandouping, Zentralchina, fertig ist, werden insgesamt etwa 20 Kreisstädte und 13 500 Dörfer überschwemmt werden, bis zu 1,9 Millionen Menschen verlieren ihre Häuser.

Gezeitenkraftwerke und "Unterwasser-Windmühlen"

Gezeitenkraftwerke wie jenes an der Rance-Mündung stellen ebenfalls einen tiefen Eingriff in die Natur dar, da der Damm die Bucht für Meerestiere blockiert, und die Stauung des Wassers die Wasserstandsveränderungen durch die Gezeiten beeinflusst.

Sogar gegen Anlagen wie die Unterwasser-"Windmühlen" des Seaflow-Projektes wurden schon Bedenken geäußert. Stünden viele dieser Mühlen an einem Ort, so könnten sie eventuell die Meeresströmung bremsen und zur Versandung von Flussmündungen führen. Darüber hinaus müssen die Stahl- und Betonruinen von in der Zukunft stillgelegten Anlagen entsorgt werden.