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Verhaltensbiologie:Wilde Delfine lernen Kunststücke

Vorstellung der neuen Delfin-Waage des Nürnberger Tiergartens

Talentiert: Ein wildes Delfin-Weibchen lernte von gefangenen Show-Artgenossen Kunststücke.

(Foto: Timm Schamberger/dpa)

Ein Delfin-Weibchen, das vorübergehend in einem Delfinarium untergebracht war, begann nach seiner Freilassung auf dem Schwanz über die Wasseroberfläche zu laufen - wie seine gefangenen Artgenossen.

Auch wild lebende Delfine können Kunststücke lernen: Ein Delfin-Weibchen, das vorübergehend in einem Delfinarium untergebracht war, begann nach ihrer Freilassung auf dem Schwanz über die Wasseroberfläche zu laufen - genau wie ihre gefangenen Show-Artgenossen. Nach und nach habe sich das Verhalten dann in ihrer frei lebenden Gruppe ausgebreitet, berichten Forscher um Luke Rendell von der schottischen University of St Andrews im Fachmagazin Biology Letters der britischen Royal Society.

Die Wissenschaftler hatten eine Gruppe von 20 bis 30 Indopazifischen Großen Tümmlern, die im Mündungsgebiet des Port River bei Adelaide leben, über einen Zeitraum von 30 Jahren studiert. Zum ersten Mal sei das Kunststück im Jahr 1995 in freier Wildbahn bei einem Delfin-Weibchen namens Billie beobachtet worden. Billie sei sieben Jahre zuvor in ein Delfinarium gebracht worden, nachdem sie in ein Hafenbecken geschwommen war. Dort sei sie auf Artgenossen getroffen, die auf Kunststücke trainiert wurden, um sie dem Publikum vorzuführen.

Obwohl Billie in dem Delfinarium selbst nicht trainiert wurde, habe sie sich das Laufen auf der Fluke offenbar von den gefangenen Tieren abgeschaut, schreiben die Wissenschaftler. Nach dem kurzen Aufenthalt im Delfinarium sei Billie in ihrem gewohnten Lebensraum freigelassen worden, wo sie ihre erworbenen Fertigkeiten an andere Delfine weitergegeben habe. In Folge ihres Aufenthalts wurde das Kunststück immer wieder in freier Wildbahn beobachtet. Dabei tauchen die Delfine vertikal mindestens zwei Drittel über die Wasseroberfläche auf. Anschließend folgt eine Rückwärtsbewegung und ein Abtauchen in mindestens einem Meter Entfernung. Insgesamt sei das Kunststück im Zeitraum der Studie bei neun Delfin-Weibchen und zwei männlichen Jungtieren beobachtet worden.

© SZ vom 05.09.2018 / dpa

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