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Verhaltensbiologie:Schweine bei der Arbeit

Zum ersten Mal beobachten Verhaltensbiologen Schweine beim Gebrauch eines Werkzeugs. In einem Pariser Zoo heben Sauen mit Hilfe von Holzstücken Gruben für ihre Nester aus.

Vom Aussterben bedroht: Visayas-Pustelschwein

(Foto: mauritius images / VPC Animals P)

Es ist noch gar nicht lange her, da galt die Fähigkeit, Werkzeuge zu gebrauchen als typisch menschliche Errungenschaft. Doch dann beobachteten Verhaltensbiologen Schimpansen, die mit Stöcken nach Termiten stocherten, Krähen, die Drahtstücke zu Haken verbogen, um nach Leckerbissen zu angeln und Korallenfische, die Muscheln auf einem Amboss knacken. Jetzt haben Wissenschaftler erstmals Schweine beobachtet, die ein Werkzeug benutzen (Mammalian Biology).

Bei einem Besuch in einem Pariser Zoo bemerkte einer der beteiligten Forscher zufällig ein Visaya-Pustelschwein, das mithilfe eines Stocks ein Loch in den Boden grub. Als er die Tiere mit seinem Team über einen Zeitraum von drei Jahren weiter beobachtete, stellte sich heraus, dass fast nur weibliche Schweine die Stöcke benutzen, und zwar, um damit ein Nest für ihren Nachwuchs auszuheben.

Der Gebrauch von Werkzeug gilt als Zeichen für hohe Intelligenz eines Tiers. Da Schweine schlaue Tiere sind, haben sich Wissenschaftler schon länger gewundert, dass noch nie eines bei einer solchen Aktivität beobachtet wurde. Wildlebende Visaya-Pustelschweine gibt es auf den Philippinen. Die Tiere sind aber vom Aussterben bedroht.