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Unnützes Google-Doodle-Wissen:Verkannter Philosoph und Frauenverachter

Arthur Schopenhauer

Ein Bildnis Arthur Schopenhauers.

(Foto: KNORR + HIRTH)

Arthur Schopenhauer verachtete Frauen und ging gerne mit seinem Pudel am Frankfurter Mainufer spazieren. Sein philosophisches Werk wurde vor allem nach seinem Tod gewürdigt. Heute wäre er 225 Jahre alt geworden.

Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 225. Geburtstag von Arthur Schopenhauer.

Das ist zu sehen:

Ein alter Mann mit markant frisiertem, auf beiden Seiten abstehendem weißen Haar spaziert mit einem braunen Pudel an einem Flussufer entlang. Das Google-Doodle zeigt den Tierfreund Arthur Schopenhauer bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen. Der deutsche Philosoph, Schriftsteller und Hochschullehrer wurde am 22. Februar 1788 in Danzig geboren und wäre heute 225 Jahre alt geworden.

Drei Dinge, die Sie wissen müssen:

  • Schopenhauer vertrat in seinem 1819 erschienenen Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung" die Auffassung, dass die Welt vor allem Wille sei, den er als "blinden ziellosen Drang zu leben" beschrieb. Das Prinzip des Willens sei "Das Ding an sich", ein von Immanuel Kant stammender Begriff, den Schopenhauer weiterentwickelte und als dessen Vollender er sich sah. Mit Vorstellung meinte er seine Annahme, dass der Mensch die objektive Welt nur aus seiner begrenzten, subjektiven Wahrnehmung heraus begreifen könne.
  • Schopenhauers Schriften erreichten vorwiegend erst nach seinem Tod im Jahr 1860 prominente und breite Leserschichten. Dank des stattlichen Erbes seines Vaters, der Kaufmann gewesen war, hatte er keine großen finanziellen Sorgen - "Die Welt als Wille und Vorstellung" war erst nach 30 Jahren vergriffen. Schopenhauer wurde unter anderem von Friedrich Nietzsche, Richard Wagner, Albert Einstein, Thomas Mann, Kurt Tucholsky und Wilhelm Busch verehrt.
  • Schopenhauer hatte ein extrem negatives Frauenbild. Er sprach dem weiblichen Geschlecht jegliche Fähigkeit zur Beschäftigung mit den geistigen Dingen des Lebens ab: "Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen. Weder für Musik, noch Poesie, noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig Sinn und Empfänglichkeit", schrieb er in einem Aufsatz. Die Zuneigung zwischen Mann und Frau führte er allein auf den Geschlechtstrieb zurück. Konsequenterweise ist von ihm nur ein einziges Liebesgedicht überliefert. Es ist der elf Jahre älteren Schauspielerin und Opernsängerin Karoline Jagemann gewidmet, in die er sich im Alter von 21 Jahren unglücklich verliebt hatte. Auch dem jüdischen Glauben stand er skeptisch gegenüber. Er bezeichnete ihn einst als "roh" und "barbarisch" und warf ihm eine mangelnde Sensibilität gegenüber Tieren vor.

Interessant für:

Emanzipierte Frauen und Männer, Hobby-Philosophen und Tierfreunde entlang des Mains.

Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:

"Wusstet ihr schon, dass Schopenhauer nie im Schopenhauerhaus Schöne Aussicht 16 in Frankfurt am Main lebte, sondern lediglich dort starb?"

© Süddeutsche.de/mane/mkoh

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