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Unkontaktierte Völker:Aus einer anderen Welt

Noch immer leben etwa hundert Völker ohne Verbindung zur Zivilisation. Ihre Existenz wird gelegentlich durch Fotos bestätigt. Der Kontakt zu diesen Menschen kann für beide Seiten höchst gefährlich sein.

Peter Burghardt

Manchmal dringen verstörende und faszinierende Bilder aus dem Dschungel. Sie zeigen halbnackte Menschen, die wahrscheinlich nicht gesehen werden wollen, aber wohl mindestens einmal gesehen werden müssen, damit auch Politiker verstehen, dass es sie wirklich gibt.

Members of the Mashco-Piro tribe observe an expedition of the Spanish Geographical Society from across the Alto Madre de Dios river

Angehörige des Stammes der Mashco-Piro im Nationalpark Manú im Südosten Perus am 16.11.2011. Diese Menschen hatten bisher vermutlich noch keinen Kontakt mit der sogenannten Zivilisation.

(Foto: REUTERS)

Experten kennen ihre Existenz, es verbergen sich auf der inzwischen recht ausführlich studierten Welt immer noch ungefähr hundert Völker ohne Verbindung zur Zivilisation. Jenseits von Coca-Cola, Jeans und anderen Symbolen der Globalisierung. Mit Sprachen, die außer ihnen fast niemand spricht.

Sie tauchen zwischen den Bäumen auf wie sehr seltene Tiere, und zuweilen ist da plötzlich eine Kamera, die ihre Gesichter auf Computer, Fernsehschirme und Zeitungsseiten bannt. In diesem Fall sah ein spanischer Forscher durch sein Teleobjektiv und drückte ab.

Diego Cortijo, 27, reiste mit einer Expedition durch den Nationalpark Manú im Südosten Perus. "Es war reiner Zufall", sagt er. Eine Nacht verbrachten die Wissenschaftler bei einem Ureinwohner aus dem Stamm der Matsigenka, Nicolás Flores, genannt Shaco. Er hatte schon länger mit Weißen hier und Nomaden der Mashco-Piro dort zu tun. Am Morgen hörte Shaco Geräusche und führte seine Gäste an den Fluss Madre de Dios. Am anderen Ufer standen und saßen Männer, Frauen und Kinder auf Holzstämmen. Sie trugen nur so etwas wie Lendenschurze, und aus ihren Blicken sprach eine Mischung aus Ablehnung und Neugierde.

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