UnkelTusk: Brandts Kniefall sollte Beispiel für Politiker sein

Der scheidende Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk.
Der scheidende Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk. Darko Vojinovic/AP/dpa/Archivbild

50 Jahre nach dem Kniefall Willy Brandts in Warschau hat der frühere polnische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Donald Tusk Europas Politiker dazu...

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Unkel (dpa) - 50 Jahre nach dem Kniefall Willy Brandts in Warschau hat der frühere polnische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Donald Tusk Europas Politiker dazu aufgerufen, sich auch heute noch ein Beispiel an dieser historischen Geste zu nehmen. In einer Videobotschaft für eine virtuelle Gedenkveranstaltung des Willy-Brandt-Forums im rheinland-pfälzischen Unkel erinnerte Tusk am Sonntag daran, dass Brandt das Zustandekommen seines Kniefalls einmal mit dem einfachen Satz beschrieben habe: „Man musste irgendetwas tun.“ Diese Botschaft sei heute so gültig und so wichtig wie eh und je.

„Ich möchte sie allen Europäern widmen, und besonders den europäischen Politikern“, sagte Tusk, der heute Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) ist. „Wenn wir unseren Werten treu bleiben wollen, dann müssen wir manchmal niederknien. Und manchmal auf den Barrikaden stehen. Mutig und kompromisslos im Angesicht des Bösen, bescheiden im Angesicht der Wahrheit und des Leidens. So wie Willy Brandt am 7. Dezember 1970.“

An diesem Tag hatte Brandt unmittelbar vor der Unterzeichnung des Vertrags, in dem die Bundesrepublik die polnische Westgrenze anerkannte, am Denkmal für die Helden des jüdischen Ghettos in Warschau einen Kranz niedergelegt. Nach dem Zurechtrücken der Kranzschleifen fiel der SPD-Politiker auf die Knie. Die Geste fand weltweit Beachtung als Bitte um Vergebung für die Verbrechen der Nazizeit und als Zeichen für Versöhnung.

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