Bleifreies Benzin

Seit dem Jahr 2000 ist verbleites Benzin in der EU verboten. Deutschland machte sich bereits 1988 daran, das Blei zu ersetzen, das dem Treibstoff zugesetzt wurde, um die Leistung der Motoren zu erhöhen. Der Erfolg ist messbar: Mitte der 1970er-Jahre lag die Bleikonzentration im Blut der Deutschen noch über 140 Mikrogramm je Liter. Inzwischen ist die Belastung auf unter 50 Mikrogramm gesunken. Ab 100 Mikrogramm rechnen Experten mit Gesundheitsrisiken, etwa Nervenschäden. Das sich entwickelnde Nervensystem von Kindern reagiert besonders empfindlich auf Blei.

In Deutschland geht die größte Bleigefahr von alten Trinkwasserleitungen aus, die noch in manchen Altbauten verlegt sind. Daneben fordert die Umweltschutzorganisation BUND, dass Jäger mit bleifreier Munition schießen sollen. In Entwicklungsländern, in denen Kleinfahrzeuge oft noch mit bleihaltigem Zweitaktergemisch betankt werden, steht es weit schlechter um die Bleiwerte im Blut. Das aus den Auspuffen geblasene Blei wird von Pflanzen und Landlebewesen relativ rasch abgebaut. Meerestiere weisen oft aber noch immer erhöhte Werte auf, weil Schwebstoffe und Sedimente im Meer wie ein Langzeitspeicher wirken. Bleifreier Kraftstoff war eine notwendige Voraussetzung für die Einführung des Katalysators in PKW.

Bild: AP 30. Juli 2010, 16:372010-07-30 16:37:15 © SZ vom 31.7.2010/mcs