Filter für Fabriken

Wie wirkungsvoll eine technische Maßnahme sein kann, zeigte die Einführung von Abgasentschwefelungsanlagen bei Kohle- und Gaskraftwerken sowie Müllverbrennungsanlagen Ende der 1970er-Jahre. Bis 2005 sanken die Schwefeldioxid-Emissionen in Deutschland um 93 Prozent, europaweit um 70 Prozent.

Der "saure Regen", der in den 1980er-Jahren für das Waldsterben verantwortlich gemacht worden war, ist so in Deutschland selten geworden. Die Reduktion der Stickoxid-Emissionen ließ auch die Konzentration von bodennahem Ozon sinken. So muss im Sommer seltener Ozon-Alarm ausgelöst werden.

Die Stickstoff-Emissionen sanken jedoch nicht so stark wie der Schwefel. So nimmt heute der Stickstoff Rang eins unter den zur Versauerung führenden Luftschadstoffen ein. Landwirtschaft und Verkehr sind Hauptquellen der Stickstoffverschmutzung. Neue Grenzwerte senkten auch die Emissionen von Dioxinen seit 1990 drastisch.

Dennoch gelangt nach Auffassung von Experten noch immer zu viel Dioxin in die Umwelt. Dort reichert sich das Gift an und gelangt in die Nahrungskette des Menschen. Nicht nur veraltete Kraftwerke in ärmeren Ländern sind Grund für die Emissionen, auch die illegale Verbrennung von Hausmüll vergiftet die Umwelt mit Dioxin. Nach Schätzungen des Schweizer Bundesamts für Umwelt belastet die wilde Verbrennung von einem Kilogramm Abfall die Umwelt so stark wie die Entsorgung von zehn Tonnen in einer modernen Müllverbrennungsanlage.

Bild: dpa 30. Juli 2010, 16:372010-07-30 16:37:15 © SZ vom 31.7.2010/mcs