Umwelt Zerstörter Zauber

Das Tote Meer trocknet im Norden aus, im Süden lassen Salzmassen den Wasserspiegel steigen. Nun soll der Jordan wiederbelebt werden, um diesen magischen Ort zu retten.

Von Peter Münch (Text) und Moritz Küstner (Fotos)

Milchig liegt das Meer tief unten in der Senke, es ist die träge Zeit vor Sonnenaufgang. Oben im Kibbuz Ein Gedi schnallt Eli Raz den Gürtel um mit den Karabinerhaken, an denen der Fotoapparat hängt, das Meterband und alles, was er sonst noch braucht für die Exkursion. Der Hitze wegen startet er gern in aller Frühe, schon gegen zehn Uhr dürfte es hier mehr als 40 Grad heiß sein. "Manchmal bin ich trotzdem den ganzen Tag unterwegs", brummt er. Den großen Hut zieht er tief ins Gesicht. Los geht's, Löcher gucken.

Eli Raz, ein Geologe von 76 Jahren und ungebremster Kraft, folgt der Spur der "Sinkholes". Die Spur ist mittlerweile unübersehbar rund um das Tote Meer, an vielen Stellen im Küstengebiet tun sich die tiefen Löcher auf. 1989 wurde das erste entdeckt, heute sind es mehr als 5500. Die Erde sackt ein, wo sich das Meer zurückgezogen hat und alte Salzkammern, die unter der Oberfläche liegen, von Grund- und Regenwasser ausgespült werden. So entstehen Hohlräume, die irgendwann einbrechen - und Autos verschlucken, Häuser oder auch Eli Raz. Aber davon später mehr.

Denn diese Sinkholes sind ja nur eines der vielen Probleme, die das einmalige Ökosystem an der Grenznaht zwischen Israel und Jordanien bedrohen. Wer kalauern will, könnte dem Toten Meer multiples Organversagen attestieren. Doch bei Eli Raz sollte man einen solchen Spruch erst gar nicht wagen. Dazu ist die Lage zu ernst, und zu viel steht auf dem Spiel: Am tiefsten Punkt der Erde, 430 Meter unter null, droht der Untergang eines Weltwunders. Eines Orts, der Touristen magisch anzieht, mit bezauberndem Licht und mit Heilkräften, die schon Kleopatra zu schätzen wusste. Und natürlich wurde diese Katastrophe von Menschenhand in Gang gesetzt.

Die Schauplätze des Dramas im Überblick: Da sind die Sinkholes, von denen sich im Durchschnitt jeden Tag ein bis zwei neue finden im Uferbereich. Das Brachland, wo früher das Meer war, ist an manchen Stellen bis zu zwei Kilometer breit. Im Vergleich zu den 950 Quadratkilometern in den Sechzigerjahren ist die Fläche des Toten Meeres um ein Drittel geschrumpft, und jedes Jahr sinkt der Wasserspiegel um einen weiteren Meter. Das Wasser verdunstet - und kein frisches kommt nach. Denn der Jordan als einziger Zufluss schafft es nur noch als Rinnsal bis zum Toten Meer. Israel, Syrien und Jordanien zweigen vorher alles ab. Es wird gebraucht als Trinkwasser oder zur Bewässerung der Felder.

Während der Pegel im nördlichen Teil des Toten Meeres dramatisch sinkt, leidet das längst abgetrennte südliche Becken am Gegenteil. Hier steigt der Wasserspiegel jährlich um 20 Zentimeter. Das Wasser droht in die Lobbys all der schicken Hotels zu schwappen, die in Ein Boqek in den Himmel ragen. Der Tourismus befindet sich hier auf Kollisionskurs mit der chemischen Industrie, die wertvolle Mineralien aus dem Toten Meer gewinnt - und nur das Salz zurücklässt, das sich Schicht um Schicht am Meeresgrund absetzt.

Wer auf der steilen Straße von Jerusalem kommend das Tote Meer am nördlichen Zipfel erreicht, wird von riesigen Warnschildern empfangen. "Geschlossenes Gebiet. Kein Zutritt. Zuwiderhandlungen werden bestraft", steht dort - zur Sicherheit auf Hebräisch, Arabisch, Englisch und manchmal auch Russisch. Ein paar Kilometer weiter sind Totenköpfe auf den Tafeln zu sehen. "Gefahr", heißt es da, "Achtung, Sinkholes". Nur noch an wenigen Stellen kann man das Ufer erreichen und sich schwerelos treiben lassen im Wasser, das mit einem Salzgehalt von 30 Prozent zehn Mal salziger ist als das Mittelmeer. Der Mineral Beach zum Beispiel war noch vor gut einem Jahr ein beliebtes Ziel der Touristen, die mit ihren Reisebussen hier Station machten. Dann öffnete sich ein erstes Sinkhole direkt auf dem Busparkplatz, weitere folgten schnell. Heute stehen die Palmen an der Auffahrt traurig-trocken Spalier bis zu einem verriegelten Tor. Der Strand ist geschlossen und der Kibbuz Mitzpe Schalem seiner Einnahmequelle beraubt.

Ungefähr zur gleichen Zeit musste wegen eines Sinkholes wenige Kilometer weiter südlich die viel befahrene Uferstraße ge-sperrt werden, direkt unterhalb des Kibbuz Ein Gedi, in dem Eli Raz seit mehr als 40 Jahren lebt. Ein holpriger Bypass wurde angelegt, zunächst einspurig. Lange Staus auf der Staatsstraße 90, die vom See Genezareth im Norden bis hinunter nach Eilat im Süden führt, waren die Folge. Ein großes Chaos - und alles andere als eine Überraschung. Denn Eli Raz hatte alle seit Langem gewarnt.

Als das erste Sinkhole auftauchte, wollten viele an ein Einzelphänomen glauben - nur Raz sagte eine Serie voraus. "Sie haben mich den Propheten Jeremia genannt", er-zählt er. Der hatte einst den Untergang Jerusalems vorhergesehen und das Volk zur Umkehr aufgerufen. Doch weil die Propheten nichts gelten im eigenen Land, wollte auch niemand auf Eli Raz hören. "Ich durfte nicht darüber sprechen, weil es schlecht für den Tourismus ist", klagt er, "das war eine schwere Zeit."

Ein 200 Kilometer langer Kanal sollte entstehen

Heute reden alle über die Sinkholes, und Eli Raz muss erleben, dass es auch schwer sein kann, recht zu behalten. Schließlich fühlt er sich dieser Landschaft tief verbunden, er liebt die kahlen und scharfzackigen Berge, dieses Meer mitten in der Wüste. Als Wissenschaftler kann er sich immerhin daran erfreuen, "ein solches Phänomen von Anfang an zu erleben. Sonst haben wir es ja oft mit Prozessen über Hunderte Millionen Jahre zu tun", sagt er. Aber vor allem ist er wütend, dass trotz der Warnzeichen nichts getan wurde. "Es gab ein Fenster der Gelegenheit, das Tote Meer zu retten", meint er. "Aber heute haben wir verloren. Wir können nur noch versuchen, die Sinkholes vorherzusagen. Stoppen können wir das nicht mehr."

Zur Vorhersage zieht er los, mindestens einmal im Monat, immer in aller Frühe. Der Rundgang beginnt gleich unterhalb vom Kibbuz Ein Gedi in einem Gelände, das früher einen Campingplatz und Strandbungalows beherbergte. Heute sieht es hier aus wie nach einem Bombenkrieg, Hütten sind in tiefen Löchern verschwunden, Picknicktische balancieren an Kraterrändern, Sonnensegel krallen sich im aufgerissenen Erdreich fest. Eli Raz eilt von Kraterloch zu Kraterloch, misst den Durchmesser, lotet die Tiefe aus, zeichnet Veränderungen in seine Karte ein und dokumentiert sie mit dem Fotoapparat. An manchen Sinkholes geht er kopfnickend vorbei wie an einem alten Bekannten, ein neues Loch kann ihn in Wallung bringen. Ganz nah geht er dann heran bis an den Rand, schaut in die Tiefe, hört, wie die von seinen Schuhen losgetretenen Steinchen nach unten rieseln, und sagt: "Hier muss ich aufpassen."

Er weiß, wovon er spricht. Vor einigen Jahren ist er selbst in einem Sinkhole versunken. Neun Meter tief ist er gefallen, unten gab es keinen Handyempfang. Zwölf Stunden hat es gedauert, bis die Rettungskräfte ihn gefunden, dann noch einmal zwei, bis sie ihn hochgezogen hatten. Abgeschreckt hat ihn das nicht. "Ich bin jetzt wohl der Einzige, der die Sinkholes auch von innen inspiziert hat", sagt er.

Noch wichtiger allerdings ist die Inspektion von oben - von ganz oben. Am Ende des Exkursionstages sitzt Eli Raz in seinem Containerbüro im Kibbuz. Die Wände sind tapeziert mit Landkarten und Fotos, aus dem Lautsprecher perlt klassische Musik, Raz starrt auf den Bildschirm des Computers. Hier wertet er die Aufnahmen eines italienischen Satelliten aus, der alle 16 Tage das Tote Meer überquert. "Der sieht Dinge, die ich mit meinen Augen nicht erkennen kann", erklärt er. Die Aufnahmen zeigen bereits die kleinste Absenkung des Bodens an. "Das könnte ein gutes Werkzeug sein, um die Sinkholes vorherzusagen", meint Raz. "Aber wenn die Aufnahmen einen Alarm anzeigen, weiß ich immer noch nicht, wann etwas passiert. Das kann ein Jahr dauern oder nur ein paar Minuten."

Wie Bomben, die im Erdboden ticken

Es ist, als ob da Bomben ticken im Boden - und entschärfen könnte man sie tatsächlich nur, wenn man die Uhr zurückdrehen würde in jene Zeit, in der das Tote Meer nicht stetig schrumpfte, sondern noch genügend Wasser bekam. An solchen Rettungsplänen wird tatsächlich seit Langem schon gearbeitet - in Israel, in Jordanien, und sogar bei der Weltbank. Doch wenn man Mira Edelstein in ihrem Tel Aviver Büro darauf anspricht, dann kann sie nur bitter lachen. Edelstein arbeitet für die Umweltschutzorganisation Ecopeace, die sich seit mehr als 20 Jahren ums Tote Meer kümmert - und sie hat ziemlich genau dasselbe erlebt wie Eli Raz: "Am Anfang hat uns keiner zugehört."

Am Anfang nämlich war die Ignoranz, und dann kam der Größenwahn. Ein gigantisches Projekt wurde unter Führung der Weltbank entworfen für einen Kanal vom Roten zum Toten Meer. Alle waren im Reimrausch über diesen Red-Sea-Dead-Sea-Channel. Der Plan: Zwei Milliarden Kubikmeter Wasser jährlich sollten aus dem Roten Meer entnommen werden. Entlang der rund 200 Kilometer langen Strecke sollten sich Wasserkraftwerke das Gefälle zunutze machen, Entsalzungsanlagen sollten Trinkwasser produzieren, und am Ende sollte mit der Wasserzufuhr auch noch das Tote Meer gerettet werden. Die Politiker waren ganz vernarrt in diesen Plan, der obendrein auch noch als Friedensprojekt zwischen Israel, Jordanien und den Palästinensern gelten konnte. Mira Edelstein aber sagt: "Das war verschwendete Zeit und verschwendetes Geld. Heute ist das Kanalprojekt tot."

Der Teufel steckt in ziemlich vielen Details. Zum Beispiel verlaufe die geplante Kanaltrasse entlang eines Erdbebengebiets, erklärt Edelstein. Auch wüsste niemand, was der Wasserentzug in solchen Mengen für die empfindlichen Korallenriffs im Roten Meer bedeuten würde. Vor allem aber drohe dem Toten Meer durch eine solche vermeintliche Rettungsaktion akute Gefahr: "Die Mischung des Wassers birgt hohe Risiken", sagt sie, "es würden sich hässliche rote Algen bilden und durch chemische Reaktionen Gips entstehen, der dann an der Oberfläche treibt." Kurzum: "Dieses Projekt schafft nur neue Probleme."

Verfolgt wird nun ein deutlich abgespecktes Modell, das offiziell immer noch als Pilotprojekt für den Kanal gilt: eine Pipeline vom Roten zum Toten Meer für jährlich 200 Millionen Kubikmeter Wasser, inklusive Entsalzung. Als Projekt zur Wassergewinnung für Jordanien findet Edelstein die Pipeline "fantastisch". Doch zur Rettung des Toten Meeres hält sie auch die Pipeline für komplett ungeeignet. "100 Millionen Kubikmeter kommen am Ende dort an", rechnet sie vor. "Bei dieser Menge bilden sich zwar keine Algen und kein Gips. Aber der Wasserspiegel würde dadurch wohl auch nur um wenige Zentimeter pro Jahr steigen." Zur Erinnerung: Der Pegel sinkt derzeit um einen Meter jährlich.

"Wir brauchen eine nachhaltige Lösung", fordert Edelstein - und legt eine wuchtige Studie auf den Tisch, an der sie in den vergangenen drei Jahren mit finanzieller Unterstützung der EU gearbeitet hat. Es ist ein "Regionaler Masterplan" zur Rehabilitierung des Jordantals. Ziel ist es, den toten Fluss wiederzubeleben, um das Tote Meer zu retten.

Ursprünglich hatte der Jordan-Fluss das Tote Meer jährlich mit mehr als einer Milliarde Kubikmeter Wasser gespeist. Dann griffen die Anrainer ein. Israel zwackt nach Edelsteins Rechnung jedes Jahr alleine 650 Millionen Kubikmeter ab, Syrien und Jordanien mit ihren Dämmen an den Zuflüssen zusammen noch einmal 450 Millionen Kubikmeter. Heute kommen nur noch vier Prozent der ursprünglichen Wassermenge im Toten Meer an - und das ist vor allem Abwasser, das ungeklärt in den Jordan geleitet wird.

Rundum besser und gesünder wäre es also für alle, dem Jordan wieder frisches Wasser zuzuführen. "Wir sind Realisten", sagt Edelstein, "ein Drittel des ursprünglichen Zuflusses würde uns schon reichen." Zu-nächst einmal, glaubt sie, müsste das wohl vor allem aus Israel kommen - Syrien hat gerade genug andere Probleme, und in Jordanien wird die ohnehin akute Wasserknappheit durch mehr als eine Million syrische Kriegsflüchtlinge noch verschärft. "In Israel aber haben wir heute kein Wasserproblem mehr", sagt Edelstein und verweist auf mittlerweile fünf leistungsstarke Entsalzungsanlagen am Mittelmeer.

"Es ist an der Zeit, dass die Natur einen Teil des Wassers zurückbekommt", fordert sie. Ein Anfang ist bereits gemacht, die Regierung in Jerusalem hat beschlossen, dem Jordan zunächst wieder neun Millionen Kubikmeter pro Jahr zuzuführen. Ein kleiner Tropfen ist dies nur angesichts des riesigen Bedarfs. Aber für Edelstein ist es ein "Turnaround".

Die Lösung aller Probleme wäre selbst eine komplette Rehabilitierung des Jordans nicht, die dem Masterplan zufolge bis 2050 möglich ist. Denn um den Schwund zu stoppen, braucht das Tote Meer 800 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich. Deshalb müsste auch die Industrie mitspielen.

Fotos

Die Veränderungen am Toten Meer hat Moritz Küstner dokumentiert. Seine Bildstrecke in diesem Artikel wurde durch die Stiftung Kulturwerk der VG Bildkunst gefördert.

Dead Sea Works heißt das Unternehmen, dessen Fabrikanlagen am südlichen Ende des Toten Meers rostig-braun in der wüstenbraunen Landschaft stehen. Ein Gewirr von Stahlrohren, Schornsteinen und Förderbändern, an deren Ende sich weiße, braune oder rote Berge auftürmen. Das Unternehmen gewinnt hier aus dem Wasser des Toten Meeres Pottasche für Düngemittel, Bromit für Pestizide und Magnesium. Über einen offenen Kanal wird das Wasser dazu aus dem nördlichen Teil in riesige Verdunstungsbecken geleitet.

Die Schätzungen darüber, wie viel Wasser dabei verloren geht, klaffen weit auseinander. "Das Unternehmen will nicht, dass man die Mengen kennt", klagt Mira Edel-stein. Doch ihrer Schätzung zufolge ist diese Ableitung zur Verdunstung heute für 50 Prozent des Wassermangels im Toten Meer verantwortlich. Dies ließe sich wohl mit modernerer Technik deutlich reduzieren. Aber ein Anreiz dazu ist nicht vorhanden, denn Dead Sea Works bekommt das Wasser kostenlos. Edelstein hält das für einen Skandal: "Jedes andere Industrieunternehmen muss doch auch für sein Rohmaterial zahlen."

Zahlen soll Dead Sea Works jetzt allerdings für eine andere dramatische Folge seiner Produktionsmethoden. Nach langen Verhandlungen wurde das Unternehmen 2015 dazu verpflichtet, die Verdunstungsbecken abzusenken. Das dort in riesigen Mengen abgelagerte Salz muss aufwendig ausgebaggert werden, um den weiteren Anstieg des Wasserspiegels zu verhindern - denn nur so lässt sich der Tourismus in Ein Boqek retten. Drei Milliarden Schekel, umgerechnet rund 700 Millionen Euro, soll das Unternehmen aufbringen. "Bislang sind aber erst 93 Millionen Schekel investiert worden", schimpft Edelstein. "Das geht viel zu langsam voran."

Dass die Zeit durchaus drängt, sieht man in Ein Boqek erst auf den zweiten Blick. Hier liegen braungebrutzelte Menschen am Strand, der Tourismus boomt, die Hotels sind teuer und gut ausgelastet. Neben purer Erholung wird viel Geld verdient mit Spa-Angeboten, vor dem Lot-Hotel weist ein Schild auf Deutsch darauf hin, dass hier Klimaheiltherapie für Haut-, Gelenk- und Lungenerkrankungen angeboten wird. Es ist eine künstliche Welt, denn ohne die Chemieindustrie wäre das Tote Meer hier im Süden längst ausgetrocknet. So aber liegt der Strand mittlerweile um ein bis zwei Meter höher als die Pools der Hotelanlagen. Wie ein Wall muss der Sand hier aufgeschüttet werden wegen des steigenden Wasserpegels. Zusätzlich schützen sich die Hotels mit Pumpanlagen gegen die Überflutung.

Trotz der akuten Bedrohung soll Ein Boqek wachsen, und ein Architekturbüro hat sogar Pläne gemacht für eine Art karibische Traumenklave in der israelischen Wüste. Die Verdunstungsbecken werden ausgebaggert, und am Beckenrand wird kräftig gebaut - das ist die Devise im südlichen Teil. Zumindest der Tourismus soll nicht sterben am Toten Meer.

Im Norden aber geht das Siechtum immer weiter, und wo das Meer sich zurückzieht, tut sich der Boden auf. Eli Raz aber ist kein Mann, der sich leicht entmutigen lässt. Auch er hat einen Plan entwickelt, wie man das Beste aus dieser Lage machen kann. Er will das Desaster zur Besichtigung freigeben. "Wir legen einen Sinkhole-Park an", erklärt er, "auf einer sicheren Route, mit allen nötigen Erklärungen." Den Behörden hat er diesen Vorschlag bereits unterbreitet, mit einem Architekten ist er schon die Entwürfe für ein Besucherzentrum durchgegangen. "Aber irgendjemand hat noch Angst, die endgültige Entscheidung zu treffen", klagt er. "Es will mal wieder keiner die Verantwortung übernehmen."