Umwelt - Wiesbaden:Grasfrosch kämpft mit Trockenperioden: Nachwuchs bleibt aus

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Ein Grasfrosch spiegelt sich in der Wasseroberfläche. Foto: Lino Mirgeler/dpa (Foto: dpa)

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Grasfrösche sind wegen Trockenperioden und fehlender Laichgewässer zunehmend bedroht. Nach den Dürrephasen der zurückliegenden Jahre könnte der niederschlagsarme Herbst 2021 den Amphibien zur kommenden Laichzeit im Frühjahr zu schaffen machen, falls es bis Februar nicht ausreichend regnet, wie der Biologe Christian Geske vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden auf dpa-Anfrage erklärte. Der Grasfrosch ist neben der Erdkröte die häufigste Amphibienart in Hessen.

Obwohl Frühjahr und Sommer in diesem Jahr sehr feucht und damit gut für Frösche waren, gab es im Herbst teils um die Hälfte weniger Regen als im Durchschnitt. Inzwischen sind die Amphibien zwar in ihren Winterquartieren - Naturschützer hoffen mit Blick auf das Frühjahr aber auf kräftige Niederschläge.

Insbesondere für Arten wie den Grasfrosch, der früh im Jahr seine Eier absetzt, seien 2018 bis 2020 ausgesprochen schwierige Jahre gewesen, erklärte Geske. Viele Laichgewässer seien verschwunden, es gab keinen Nachwuchs. "Die ausgetrockneten Teiche, Tümpel und Gräben nach der langen Trockenheit sind spür- und sichtbare Folgen des Klimawandels", mahnte Geske.

Ein Problem sei auch, dass Biotope oft zu weit voneinander entfernt sind oder zwischen zwei Tümpeln Straßen und Wohngebiete liegen, die für die Tiere schwer passierbar sind, erklärte der Biologe. Sollte ein Gewässer austrocknen, dann sei die nächste geeignete Wasserstelle vielerorts in Hessen für die Amphibien kaum erreichbar. Daher seien beispielsweise Grünstreifen neben Fließgewässern wichtig, an denen die Tiere entlangwandern können, ohne überfahren zu werden oder auszutrocknen.

© dpa-infocom, dpa:211214-99-383297/2

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