Umwelt und Ernährung Rezepte für die Welt

Die Lebensmittel-Produktion belastet das Klima. Eine nachhaltige Küche würde eine radikale Umstellung der Ernährung bedeuten. Wie die aussehen könnte, zeigt dieser Speiseplan.

Fotos und Rezepte von Hans Gerlach

Es ist Fastenzeit und die Zahl der Diäten unübersichtlich geworden. Doch ob Low-Carb oder Intervallfasten - den meisten Ansätzen gemeinsam ist, dass sie wissenschaftlich umstritten sind und eher der Selbstoptimierung dienen. Ganz anders ist es mit der Diät, welche die 37 Experten der "EAT-Lancet-Kommission" dem Planeten verordneten. Hier ging es um das Gemeinwohl.

Die Ausgangsfrage lautete: Worauf müsste sich jeder Einzelne beschränken, um Milliarden Menschen gesund ernähren zu können - ohne dabei den Planeten zu zerstören? Als Antwort veröffentlichten die Forscher eine Studie im Fachmagazin The Lancet und forderten ein völliges Neudenken von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Die Studie listet auf, was jeder Einzelne künftig täglich noch essen darf, wenn nachhaltig gewirtschaftet werden soll. Der Verzehr von Pflanzenprodukten müsste steigen, der von Fleisch eingeschränkt werden. Nur sieben Gramm Rind und sieben Gramm Schwein dürfte jeder täglich essen, 250 Gramm Milchprodukte und 0,2 Eier. Ausgleich schaffen etwa 230 Gramm Getreide, 50 Gramm Bohnen oder Linsen, 25 Gramm Erdnüsse und 300 Gramm Gemüse.

Aus solchen Durchschnittswerten hat der Autor und Koch Hans Gerlach Rezepte für eine Wochendiät konzipiert, die ganz praktisch zeigt, was Nachhaltigkeit für die Menschheit konkret bedeutet. Da etwa 0,2 Eier schwer zu verkochen sind, wurden manche Tages- zu Wochenrationen zusammengerechnet. Manche Mengenangaben gelten für eine Person, andere Rezepte für vier. Herausgekommen ist ein Speiseplan, der jeden mit 2500 Kalorien täglich versorgt, sowie mit dem Gefühl, genussvoll zur Weltrettung beizutragen. Marten Rolff