Umwelt Regenwald ade

Weltweit wurden 2018 zwölf Millionen Hektar Tropenwald abgeholzt, fast ein Drittel davon ursprünglicher Regenwald. Besonders stark betroffen war Brasilien - und Präsident Jair Bolsonaro will künftig noch mehr Rodungen zulassen.

Weltweit sind 2018 zwölf Millionen Hektar Tropenwald durch Abholzung und Brände verloren gegangen. Das ist etwas weniger als in den Vorjahren: 2016 waren es 16,95 Millionen Hektar, 2017 15,81 Millionen Hektar. Es entspricht aber immer noch der Fläche Bayerns und Niedersachsens zusammen. Die Daten aus dem Bericht des Projekts Global Forest Watch (GFW), der am Donnerstag veröffentlicht wurde, stammen aus einer Auswertung von Satellitenbildern der Universität Maryland. Besonders besorgniserregend seien die Verluste von 3,64 Millionen Hektar ursprünglichem Regenwald. Trauriger Spitzenreiter war 2018 Brasilien, wo laut der Studie 1,35 Millionen Hektar solcher Wälder verloren gingen, teils durch Waldbrände, aber großteils durch Abholzung für Weideland. Die Autoren betonen, dass es noch zu früh sei, um die Auswirkungen der Politik des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro einschätzen zu können. Die hohen Rückgänge seien noch vor dessen Amtsantritt passiert. Bolsonaro hat deutlich gemacht, dass Umweltschutz nicht zu seinen Prioritäten zählt. Er will keine neuen Schutzgebiete im Amazonasgebiet ausweisen und weitere Rodungen zulassen. Als positives Beispiel wird Indonesien angeführt, wo die Verluste von Primärwald auf den niedrigsten Stand seit 2003 fielen.