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Umwelt - Hamburg:Dem Kranich fehlt das Wasser zum Brüten

Hamburg (dpa/lno) - Der Kranich in Norddeutschland hat in diesem Jahr nur wenig Nachwuchs. Ihm fehlt das Wasser zum Brüten. "Feuchtgebiete sind für ihn essentiell", sagte Jenifer Calvivon von der Deutschen Wildtierstiftung in Hamburg. Als Bodenbrüter benötigt der Kranich Tümpel oder ähnliches. Die Nester müssen von Wasser umgeben sein, damit die Brut von Wildschweinen, Füchsen, Dachsen und Waschbären geschützt ist.

Durch die anhaltende Trockenheit seien solche Plätze in Erlenbrüchen, Feldkuhlen oder Mooren jedoch oft ausgetrocknet. "Sind geeignete Brutplätze nicht vorhanden, kann es sein, dass es gar nicht erst zu einer Brut kommt", erklärte die Biologin. Tatsächlich kann man zurzeit Kranich-Paare oft gemeinsam beobachten. Kein gutes Zeichen, sagte Kranich-Experte Carl-Albrecht von Treuenfels von der "Stiftung Feuchtgebiete": Denn ein Elternteil wäre spätestens ab April immer am Nest bei den Eiern oder nach dem Schlüpfen bei den Jungen.

In Schleswig-Holstein leben laut Nabu rund 600 Kranich-Paare. Andere Vögel wie der Flussregenpfeifer, der Große Brachvogel, und die Wasserralle haben laut Calvi mit der Dürre ähnliche Probleme. Hauptgrund für Trockenheit vieler Feuchtgebiete ist nach Einschätzung der Naturschützer nicht der geringere Regen, "sondern die dauerhafte Entwässerung, die insbesondere landwirtschaftlichen Zielen dient", sagte Calvi. Die "Kieler Nachrichte" hatten zuvor darüber berichtet.