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Umwelt - Gera:Geraer kämpfen per Hand gegen neue Raupeninvasion

Deutschland
Die Raupe des Schwammspinners. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Gera (dpa/th) - Mit Drahtbürsten wollen Hunderte Helfer am Samstag (1. Februar) in Gera dem Schwammspinner zu Leibe rücken - oder besser gesagt dessen Gelege. Mit der Aktion hofft der Leiter des städtischen Umweltamtes Konrad Nickschick eine neuerliche Raupeninvasion wie im vergangenen Jahr einzudämmen. "Wir haben die Chance 500 000 bis eine Million Eier zu entfernen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er rechne mit etwa 500 freiwilligen Helfern; Kurzentschlossene könnten auch am Samstag noch ohne Voranmeldung um 9.00 Uhr zum Treff an der Kirche im Ortsteil Liebschwitz kommen.

Voriges Jahr hatten sich die Raupen des Nachtfalters Lymantriadisparin dem Gebiet nicht nur massenhaft durch den Wald, sondern auch durch viele Gärten gefressen. In hoher Zahl hatten sie Mauern von Häusern bevölkert und mussten Wohnungen mit Fliegengittern vor der Invasion gesichert werden. Ab Mai könnten nun erneut unzählige hungrige Raupen schlüpfen und auch Anwohnern lästig werden.

Bei dem Einsatz am Samstag sollen die Helfer einen 170 Hektar großen Eichen-Niederwald durchstreifen. Die Gelege fänden sich an Bäumen, Totholz oder Steinen, erklärte Nickschick. Mit Drahtbürsten sollen sie entfernt, in Müllbeutel verpackt und entsorgt werden. Der Experte unterstreicht, dass das Absammeln unschädlich für andere Tiere sei. Alle Gelege werden die Helfer freilich nicht erwischen. Doch wenn die Raupenzahl deutlich dezimiert werden könne, könnten deren natürliche Feinde wir Vögel ihr Übriges tun - und sich im besten Fall so der Einsatz von Chemie im Frühjahr erübrigen.

Wenn möglich, sollen die Helfer Drahtbürste, Eimer und Teleskopstangen mitbringen, sagte Nickschick. Die Stadt sorge mit warmen Getränken und Suppe für die Verpflegung. Die Aktion soll bis zum Mittag dauern.

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