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Umwelt - Diemelsee:Kolonie von geschützten Muscheln stirbt durch Trockenheit

Diemelsee (dpa/lhe) - Im nordhessischen Diemelsee ist eine ganze Kolonie von geschützten Muscheln infolge von Trockenheit verendet. "Allein an einer Stelle sind über 1000 Tiere umgekommen", sagte Wolfgang Lehmann vom Naturschutzbund (Nabu) im Kreis Waldeck-Frankenberg am Dienstag. Es handele sich um die gemeine Teichmuschel, die in Hessen auf der Roten Liste für bedrohte Arten steht. Die Ursache für das Absterben sieht der Nabu im zu schnellen Wasserverlust des Sees.

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Diemelsee (dpa/lhe) - Im nordhessischen Diemelsee ist eine ganze Kolonie von geschützten Muscheln infolge von Trockenheit verendet. "Allein an einer Stelle sind über 1000 Tiere umgekommen", sagte Wolfgang Lehmann vom Naturschutzbund (Nabu) im Kreis Waldeck-Frankenberg am Dienstag. Es handele sich um die gemeine Teichmuschel, die in Hessen auf der Roten Liste für bedrohte Arten steht. Die Ursache für das Absterben sieht der Nabu im zu schnellen Wasserverlust des Sees.

"Über so großes Vorkommen, wie es sich dort gezeigt hat, war bisher nichts bekannt", erklärte Lehmann. Nur durch das Ablassen von viel Wasser aus dem Stausee sei die Muschelkolonie überhaupt sichtbar geworden. Die Muscheln könnten sich zwar bewegen, aber nur sehr langsam. Das Wasser sei so schnell gesunken, das die Tiere keine Chance gehabt hätten ins tiefere Wasser zu kommen. "Wie viele jetzt noch da sind, lässt sich nicht abschätzen", sagt der Naturschützer. Da in einer zweiten Bucht ebenfalls eine erhebliche Menge Muscheln gefunden worden seien, "können es nicht mehr viele sein".

Die Muscheln seien auch für die Reinhaltung des Diemelsees wichtig. Daher müsse das Wasser künftig langsamer abgelassen werden, fordert Lehmann. Für die Bewirtschaftung des Stausee ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann.Münden zuständig. Das äußerte sich am Dienstag zunächst nicht. Der Diemelsee war zuletzt nur noch zu einem Viertel gefüllt. Zuvor hatte die Westfalenpost über das Thema berichtet.

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