Tiere - Wiesbaden:Hautpilz-Erreger bedroht Feuersalamander in Hessen

Tiere - Wiesbaden: Ein Feuersalamander kriecht über den Waldboden. Foto: Boris Roessler/dpa
Ein Feuersalamander kriecht über den Waldboden. Foto: Boris Roessler/dpa (Foto: dpa)

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Wiesbaden/Gießen (dpa/lhe) - Der sogenannte Salamanderfresser wurde bei mehr als 30 toten Feuersalamandern in Hessen nachgewiesen. Der Hautpilz-Erreger Batrachochytrium salamandrivorans wurde einst vermutlich durch importierte Amphibien aus Asien eingeschleppt, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) am Freitag mitteilte. Die dortigen Salamander und Molche sind immun gegen die Krankheit, in Europa verläuft sie jedoch in den meisten Fällen tödlich. Für Menschen und Haustiere ist der Erreger ungefährlich.

Schon im Juni wurde der Hautpilz bei einem Kammmolch in Wembach (Kreis Darmstadt-Dieburg) nachgewiesen, nun auch im Kreis Marburg-Biedenkopf. In den Niederlanden hat der Erreger seit 2012 bereits 96 Prozent des Feuersalamander-Bestandes ausgerottet. Auch in Belgien, der Eifel und im Ruhrgebiet hat er sich ausgebreitet. Eine weitere Verbreitung könnte zum Tod oder sogar zum Aussterben vieler heimischer Schwanzlurche führen.

Der Feuersalamander steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Um ihn zu schützen, empfehlen das HLNUG und die JLU bei Wanderungen in stark befallenen Gebieten wie der Eifel oder auch in Marburg-Biedenkopf auf den Wegen bleiben, die Tiere nicht anzufassen und Gewässerränder nicht zu betreten. Zudem sollten nach der Wanderung die Schuhe gereinigt werden und Naturschützer ihre Ausrüstung wie zum Beispiel Kescher desinfizieren. Privat gehaltene und gekaufte Tiere sollten außerdem nie im Freiland und auch nicht im eigenen Garten ausgesetzt werden.

© dpa-infocom, dpa:240223-99-96891/2

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