Tiere:Ja, Hühner können tatsächlich fliegen!

Tiere: Hühner beherrschen viele unterschiedliche Laute. Mit diesen können sie Küken locken oder vor Feinden warnen. Beim Gackern nach der Eiablage geht es darum, die Herde wiederzufinden.

Hühner beherrschen viele unterschiedliche Laute. Mit diesen können sie Küken locken oder vor Feinden warnen. Beim Gackern nach der Eiablage geht es darum, die Herde wiederzufinden.

Warum das Federvieh Steinchen schluckt, im Schlaf nicht von der Stange fällt und Neonröhren fürchtet: 26 überraschende Einblicke.

Von René Hofmann

1. Können Hühner fliegen?

Ja, obwohl sie Laufvögel sind. Allerdings kommen sie nicht sehr weit. Auf einen Baum aber schaffen es alle.

2. Warum schlafen Hühner auf Stangen?

Ihre Vorfahren lebten in Wäldern. Zum Schutz vor Feinden zogen sie sich nachts auf Bäume zurück.

3. Warum fallen Hühner im Schlaf nicht von den Stangen?

Ein Greifmechanismus, über die Sehnen gesteuert, hält sie zuverlässig fest.

4. Seit wann hält der Mensch Hühner?

Erste Nachweise für domestizierte Hühner finden sich bereits im vierten Jahrtausend vor Christi Geburt in Indien.

5. Wie viele Hühner leben in Deutschland?

Es gibt 15,64 Millionen Junghennen unter einem halben Jahr, 47,99 Millionen Legehennen sowie 97,15 Millionen Masthühner und -hähne.

6. Wie viele Hühnerrassen gibt es?

In Deutschland waren im vergangenen Jahr 111 Groß-Hühnerrassen und 108 Zwerghuhnrassen erfasst. Beim Wirtschaftsgeflügel gibt es weltweit aktuell etwa 30 Lege-Linien, von denen so gut wie alle auch in Deutschland gehalten werden. Außerdem gibt es hierzulande fünf Linien sogenannter Zweinutzungshühner. Das sind Tiere, die nicht so viele Eier legen, dafür aber leichter Gewicht ansetzen und so für die Eier- wie auch die Fleischproduktion interessant sind.

7. Steigt die Anzahl der Rassen weiter?

Sowohl Zuchtunternehmen als auch Geflügelzüchter arbeiten daran.

8. Wie viele Eier legt ein Huhn pro Jahr?

Die Wildform unserer Haushühner kam auf acht bis zwölf Eier. Das heutige Wirtschaftsgeflügel schafft pro Jahr 285 bis 310 Eier, bei den Zweinutzungslinien sind es 260 bis 270.

9. Geht da noch mehr?

Züchter arbeiten an der Steigerung der sogenannten "Legeleistung" - die betrifft die Anzahl, das Gewicht und die Qualität der Eier.

10. Wann legt ein Huhn sein Ei?

In den ersten fünf Stunden nach Sonnenaufgang.

11. Was für Eierfarben gibt es?

Beim Wirtschaftsgeflügel sind die Eier weiß oder braun. Beim Rassegeflügel können sie auch rosa oder grünlich sein. Eine Besonderheit bieten Hühner der Linie "Sandy": Sie legen cremefarbene Eier.

12. Wie lange bleiben Eier frisch?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum beträgt 28 Tage. Auch ungekühlt können sie aber bis zu sechs Wochen haltbar sein. Gekochte Eier sind auch nach drei Monaten noch genießbar.

13. Wie gut sehen Hühner?

Sehr gut: Sie müssen ja Feinde wie Greifvögel erkennen. Als einstige Waldbewohner sehen Hühner auch bei Dämmerlicht gut. Künstliche Beleuchtung kann sie dagegen irritieren; flackert das Licht, können sie aggressiv werden. Leuchtröhren sind deshalb für sie problematisch.

14. Warum sind Hühner wasserscheu?

Weil ihr Gefieder nicht gut eingefettet ist, können sie ertrinken. Sie sollten deshalb nicht mit Enten gehalten werden.

Was können Hühner nicht leiden?

15. Wie gut hören Hühner?

Sehr gut. Sie können Geräusche zwischen 15 Hertz und 10 000 Hertz wahrnehmen. Zum Vergleich: Bei Menschen reicht das Spektrum von 16 bis 20 000 Hertz. Obwohl Hühner hohe Töne schlechter hören als Menschen, reagieren sie aber sehr empfindlich auf diese.

16. Was bedeutet das Hühnergackern?

Hühner beherrschen viele unterschiedliche Laute. Mit diesen können sie Küken locken oder vor Feinden warnen. Beim Gackern nach der Eiablage geht es darum, die Herde wiederzufinden.

17. Warum fressen Hühner Steinchen?

Die Steine sind ein Zahnersatz, sie zerreiben das grobe Futter im Magen.

18. Wie viel Platz hat eine Legehenne?

In der Bio-Haltung teilen sich sechs Hennen einen Quadratmeter Stallfläche, dazu kommen vier Quadratmeter Auslauf. In der Freilandhaltung sind es bei gleichem Auslauf neun Hennen pro Quadratmeter Stall. In der Bodenhaltung sind es auch neun Tiere, aber es fehlt der Auslauf.

19. Wie viele Legehennen dürfen in einem Stall gehalten werden?

In der Biohaltung bis zu 3000, in der konventionellen Haltung bis zu 6000.

20. Wie alt können Hühner werden?

Bis zu 15 Jahre.

21. Und wie lange leben Legehennen?

Sie werden meist nach der ersten Lege-Periode als Suppenhenne abgegeben, dann sind sie eineinhalb Jahre alt. Wenige Betriebe führen ihre Legehennen durch die Mauser - so heißt die Zeit des Federwechsels, in der die Hennen keine Eier legen - und behalten die Tiere dann noch für eine zweite Legeperiode.

22. Wie lange leben männliche Küken?

Bei den Hühnern zur Eier-Produktion werden fast alle männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet und zu Tierfutter verarbeitet, weil eine Aufzucht bis zur Schlachtreife zwölf Wochen dauern würde - das ist wirtschaftlich uninteressant. Bei den Hühnern, die zur Fleisch-Produktion gehalten werden, leben Männchen so lange wie Weibchen: In der konventionellen Haltung sind das vier bis sechs Wochen, in der Bio-Haltung sechs bis neun Wochen.

23. Was ist - neben der Befruchtung der Eier - die Aufgabe des Hahnes?

Er muss vor Gefahren warnen, die Herde zusammenhalten, bei Rangkämpfen schlichten, Futter finden und das Revier durch sein Krähen abgrenzen.

24. Wie viele Legehennen kommen auf einen Hahn?

Acht bis 15.

25. Was können Hühner nicht leiden?

Rasche Bewegungen, laute, ungewohnte Geräusche, Berührungen am Rücken.

26. Was mögen Hühner?

Sichere, luftige Ställe, Sandbäder in der Sonne, feste Beziehungen in kleinen Herden bis 100 Tieren.

© SZ vom 15.04.2017
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