Vor fast 30 Jahren zog Bruno Glaser in den Regenwald, um ein Rätsel zu lösen. In der Nähe von Manaus, Brasilien, unweit der Flussläufe des Rio Negro und des Amazonas, lagen Gebiete, wo die Açaí-Palmen üppiger gediehen als üblich in der Region. Paranüsse konnten dort schneller wachsen als in anderen Teilen des Waldes. In seiner Doktorarbeit sollte Glaser herausfinden, weshalb der Boden dort stellenweise so viel fruchtbarer ist – und schwarz, obwohl Tropenböden normalerweise knallgelb oder knallrot sind. In Brasilien nannten die Menschen die fruchtbaren Böden deshalb Terra Preta – Schwarze Erde. Heute, fast 30 Jahre nach dieser ersten Begegnung, ist sich Glaser sicher: Mit Terra Preta könnte man gleich mehrere der schlimmsten Krisen des Planeten bekämpfen.
UmweltWie man den Boden rettet
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Die Äcker der Welt sind ausgelaugt, erodiert, belastet, vielerorts sinken bereits die Erträge. Doch eine alte Kulturtechnik aus Südamerika zeigt, wie Erde dauerhaft fruchtbar bleiben kann. Ist Terra Preta die Lösung?
