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Teilchenphysik:Weltrekord am Cern

Kollision von Atomkernen - Illustration

Die Illustration zeigt die Kollision von Atomkernen, bei der tausende, neuerzeugte Teilchen in alle Richtungen stieben.

(Foto: dpa)

Am Cern läuft die größte Partikelschleuder wieder. Sie ballert Protonen mit mehr Energie aufeinander, als je eine Maschine zuvor. Zeigen sich neue Formen der Materie?

Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger bei Genf hat einen neuen Energierekord aufgestellt: Nach zweijähriger Aufrüstungsphase prallten im Kreistunnel des Large Hadron Collider (LHC) nun erstmals Protonen mit einer Energie von 13 Teraelektronenvolt aufeinander, wie das europäische Atomforschungszentrum Cern am Donnerstag in Genf mitteilte. Der bisherige Energierekord in dem unterirdischen Beschleuniger lag bei acht Teraelektronenvolt und stammt aus dem Jahr 2012.

Ein Teraelektronenvolt entspricht etwa der Bewegungsenergie eines fliegenden Moskitos. Im LHC konzentriert sich diese Energie jedoch auf einen winzig kleinen Raum, ein auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigtes Proton. Jeweils zwei dieser Partikel werden zur Kollision gebracht. In den Trümmern des atomaren Zusammenstoßes hoffen die Forscher Spuren bisher unbekannter Elementarteilchen zu entdecken.

Cern Auf zur neuen Jagd
Teilchenbeschleuniger LHC

Auf zur neuen Jagd

Nach zweijähriger Runderneuerung läuft der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC seit Sonntag wieder - noch stärker und noch schneller. So wollen Forscher endlich herausfinden, was es mit der Dunklen Materie auf sich hat. Einen Jahrhunderterfolg hatten sie schließlich schon.

Reicht die Energie, um supersymmetrische Teilchen zu erzeugen?

Vor drei Jahren hatten Physiker am LHC das lange gesuchte Higgs-Teilchen nachgewiesen, das erklärt, weshalb andere Teilchen eine Masse haben. Im Februar 2013 war der LHC heruntergefahren und anschließend modernisiert worden. Der Neustart war eigentlich bereits für den März dieses Jahres geplant, ein technischer Defekt verzögerte aber die Wiederaufnahme des Betriebs.

In den kommenden Jahren wollen Physiker am LHC nach Elementarteilchen Ausschau halten, die von der sogenannten Supersymmetrie vorhergesagt werden. Diese unter Physiker beliebte, aber noch hypothetische Eigenschaft der Natur sagt eine Vielzahl bisher unbekannter Elementarteilchen voraus, die im Urknall entstanden sein könnten. Aus einem dieser Teilchen könnte die unsichtbare Dunkle Materie bestehen, deren Anziehungskraft möglicherweise Galaxien zusammenhält. Wissenschaftler glauben, dass der aufgerüstete LHC nun genug Energie besitzt, um supersymmetrische Teilchen zu erzeugen - sofern sie denn wirklich existieren.