bedeckt München 32°

Erde extrem:Leben dank der Schwarzen Raucher

In der Tiefsee leben äußerst bizarr anmutende Tiere wie dieser Vipernfisch.

(Foto: Foto: Hans-Joachim Wagner)

Dass Lebewesen trotz des großen Drucks in der Tiefe überleben können, hängt damit zusammen, dass sie selbst vor allem aus Wasser bestehen. Auf diese Weise entspricht der Druck in ihrem Körperinneren dem Außendruck. Fische der Tiefsee verzichten auf die mit Gas gefüllte Schwimmblase, welche die meisten Vertreter dieser Klasse sonst besitzen. Helligkeit erzeugen Tiefseeorganismen selbst. Diese Biolumineszenz lockt Beutetiere an und hilft, Fortpflanzungspartner zu finden.

Und nicht überall liegt die Temperatur nur wenige Grad über Null. Wie der Meeresforscher Robert Ballard an Bord des Tauchbootes Alvin 1977 in einer Tiefe von mehr als 2000 Metern erstmals beobachtete, gibt es am Meeresboden Thermalquellen, wo 300 bis 400 Grad heißes Magma aus dem Erdmantel austritt.

Seitdem wurden etliche dieser heißen Schornsteine in der Tiefsee entdeckt. Das Wasser vermischt sich hier mit Mineralstoffen und Schwefelverbindungen aus dem Erdinneren und bildet schwarzen oder weißen Rauch - sogenannte Black oder White Smokers. Bakterien, die Schwefelwasserstoff verarbeiten können, bilden die Nahrungsgrundlage für andere Organismen. Dazu kommen weitere Mikroorganismen, die sich von dem ernähren, was an organischem Material aus höheren Wasserschichten herabsinkt.

Von den Bakterien ernähren sich zum Beispiel Seegurken, die wiederum von Krebsen gefressen werden, welche die Nahrung von Fischen darstellen. Andere Organismen wie Bartwürmer gehen eine Symbiose mit den Bakterien ein.Da die Umweltbedingungen um die Hydrothermalquellen an die Zustände auf der frühen Erde erinnern, hoffen manche Wissenschaftler, hier Aufschluss über die Entstehung des irdischen Lebens zu gewinnen. Und da auch auf anderen Himmelskörpern wie dem Jupitermond Europa vermutlich ähnliche Verhältnisse herrschen, könnte auch dort Leben existieren.

Trotz aller bisherigen Forschung: Wir kennen die Oberfläche des Meeresbodens weniger gut als die des Mars. Und in den Abgründen unseres Planeten wartet möglicherweise noch manche Überraschung auf uns.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB