Aura-Healing/Aura Soma:Energiefelder in den Farben des Regenbogens

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Aura Soma

Zu den populärsten Verfahren des "Aura Healing" zählt das sogenannte Aura Soma (lateinisch/griechisch: Lufthauchkörper).

Die Methode ähnelt dem (hinlänglich als unbrauchbar ausgewiesenen) "Lüscher-Farbtest". Sie wurde Mitte der 1980er Jahre von der britischen Geistheilerin Vicky Wall (1918-1991) vorgestellt, die laut Eigenbekundung von "höherer Warte" dazu inspiriert worden sei: Aura Soma besteht aus exakt vierundneunzig Glasfläschchen, die je zur einen Hälfte mit buntfarbigem Öl und zur anderen mit gleich- oder andersfarbigem Wasser gefüllt sind.

Aus der Reihe der vierundneunzig nebeneinandergestellten Fläschchen wählt der Klient "intuitiv" vier Farbkombinationen aus, aus denen nun mittels eines eigenen Deutungskataloges diagnostische Schlüsse gezogen werden.

Blau/Violett an erster Stelle soll etwa auf "spirituellen Scharfblick" hindeuten, Grün/Violett an zweiter auf "psychosomatische Krankheiten". Die Farbwahl informiert angeblich zudem über künftige Ereignisse: Grün/Rosa an vierter Stelle etwa bedeute einen "Neuanfang für die Liebe".

Die ausgewählten Fläschchen, deren Inhaltsflüssigkeiten (Öl/Wasser) im Ruhezustand voneinander getrennt sind, werden vom Klienten in ritueller Weise geschüttelt. Aus der Bläschenbildung beim Vermischen des Öls mit dem Wasser liest der Therapeut weitere diagnostisch wertvolle Informationen ab. Nach dem Verschütteln werden ein paar Tropfen des Öl-/Wassergemisches auf bestimmte Hautareale aufgetragen und eingerieben.

Knallbunte Entscheidungshilfen

Für Fortgeschrittene bietet Aura Soma ein Sortiment sogenannter "Pomander" an, vierzehn Fläschchen mit knallbunt eingefärbten Duftölen. Diese dienen besonderen "Schutz- und Heilungszwecken": Smaragdgrün etwa soll bei schwierigen Entscheidungen helfen und auch bei Asthma und Herzbeschwerden, Rot wirkt angeblich aphrodisierend und schützt vor Erdstrahlen. Dafür werden jeweils drei Tropfen auf die Handinnenfläche gegeben und dann "in die Aura eingefächelt".

Brücke zu spirituellen Meistern

Auf noch höherer Schwingungsebene als die Pomander setzen die sogenannten Meister-Quintessenzen an. Dabei handelt es sich wiederum um vierzehn Fläschchen, die diesmal gedecktfarbige Öle enthalten.

Diese bilden angeblich eine "spirituelle Brücke, um mit Energien bestimmter spiritueller Meister in Berührung zu kommen": Die hellviolette Saint-Germain-Quintessenz etwa führt demnach zu einer Wende in schwierigen Lebenssituationen und erhöht zugleich das "Ich-Bin-Prinzip", wohingegen die dunkelrote Meister-Christus-Essenz eine "Wiedergeburt des Lichtes und der Liebe in unseren Herzen" bewirken soll.

Zu den weiteren "Meistern" zählen Lao-Tse (dunkelblau), Orion (hellblau) und Pallas Athene (rosenpink). Die Quintessenz-Öle werden ebenso wie die Pomander in die Aura eingefächelt.

Das komplette Sortiment an Aura-Soma-Ölen kostet übrigens rund 1300 Euro, eine Beratung oder Behandlung gibt es ab 75 Euro.

Und das Geschäft mit den bunten Fläschchen boomt. Nach dem Tod Vicky Walls 1991 übernahmen deren Mitarbeiter Mike und Claudia Booth den internationalen Vertrieb. Sie erweiterten das Sortiment um eine Vielzahl farbiger Lotionen, Hautcremes, Badezusätzen und dergleichen mehr. Eine Komplettausbildung in Aura Soma dauert übrigens zwei mal drei Tage und kostet 560 Euro.

Colin Goldner ist klinischer Psychologe. Er setzt sich seit etlichen Jahren kritisch mit alternativen Heilverfahren auseinander.

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