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Technik - Dresden:Immer mehr Ingenieurbüros von Corona-Krise betroffen

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Dresden (dpa/sn) - Immer mehr Ingenieurbüros in Sachsen sind mit einer zeitlichen Verzögerung von der Corona-Pandemie betroffen. Darauf machte die Ingenieurkammer am Donnerstag nach Auswertung einer Umfrage aufmerksam. Demnach gaben 61 Prozent der befragten Mitglieder der Ingenieurkammer im Freistaat an, derzeit die negativen Folgen der Corona-Pandemie zu spüren.

"Die Umfrage und auch die allgemeine Stimmung machen deutlich, dass sich die Situation für die Ingenieurbüros in Sachsen weiter verschärfen wird. 36 Prozent der Befragten beklagen derzeit Absagen und Rückstellungen von Aufträgen. Im April lag dieser Wert noch bei 25 Prozent", erklärte Kammerpräsident Hubertus Milke. Zudem komme es zu immer stärkeren Verzögerungen von Genehmigungen, weil die öffentliche Verwaltung unterbesetzt sei.

Für die kommenden zwölf Monate erwarten 53 Prozent der Büros einen Auftragsrückgang, hieß es. Das gelte vor allem für öffentliche Aufträge. Milke zufolge leisten die Büros einen wichtigen Beitrag zur Daseinsfürsorge. Dazu zählen Maßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Wohnungsbau und Strukturwandel: "Die öffentliche Hand darf bereits geplante Investitionen nun nicht auf Eis legen. Dies würde den wirtschaftlichen Aufschwung massiv hemmen."

Stattdessen empfahl Milke, die Krise als Chance zu nutzen und Planungsprozesse durch vereinfachte Vergabe- und Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen. Aufträge der öffentlichen Hand müssten trotz der Corona-Krise weiter ausgelöst werden. Finanzielle Hilfen von Bund, Ländern und Gemeinden müssten auch denjenigen zur Verfügung stehen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt von den Auswirkungen der Krise betroffen sind.

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