Süß und gefräßigFaktencheck räumt mit Waschbär-Mythen auf

Lesezeit: 1 Min.

Das süße Äußere täuscht. (Archivbild)
Das süße Äußere täuscht. (Archivbild) (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Wissenschaftler wollen die Debatte über Waschbären versachlichen. Sie beantworten Fragen wie: Wie viele dieser putzigen Tiere gibt es? Sind sie harmlos? Und wie steht es um die Fortpflanzung?

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Waschbären sorgen immer wieder für hitzige Debatten. Wissenschaftler wollen die Diskussion nun versachlichen und haben einen Faktencheck veröffentlicht. Hinter dem Projekt ZOWIAC (Zoonotische und wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren) stehen die Goethe-Universität und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Der Faktencheck prüft neun Thesen über Waschbären und ordnet sie ein. Dabei erfährt man auch, wie der Waschbär nach Hessen kam: Der deutschlandweit allererste Waschbär wurde den Angaben zufolge 1934 am Edersee ausgesetzt. Bis heute ist die Population in Deutschland auf 1,6 bis 2 Millionen Tiere angewachsen. 

Erster Waschbär 1934 am Edersee ausgesetzt

Nordhessen gilt nach wie vor als „Hotspot“. „In Städten wie Kassel leben mittlerweile schätzungsweise über 100 Waschbären pro 100 Hektar – eine der höchsten Populationsdichten in Europa“, heißt es im Faktencheck. Zuletzt gab es in Kassel den Versuch, Waschbären im Stadtgebiet zu fangen, zu sterilisieren und wieder freizulassen.

Die Idee, „man könnte doch Waschbären kastrieren“ finden die Faktenchecker nicht überzeugend: Die „vermeintlich tierschutzkonforme Maßnahme“ sei bisher „nicht über den Status einer Idee hinausgekommen - es existieren in Deutschland weder wissenschaftliche Veröffentlichungen noch Machbarkeitsstudien“.

Niedliches Aussehen trügt

Die Aussage „Waschbären sind harmlos und richten keine Schäden an“ trifft leider keineswegs zu, so die Faktenchecker: „Ungeachtet ihres „possierlichen“ Aussehens können Waschbären dabei erhebliche Probleme verursachen“. Der Waschbär trete „zunehmend als Problemart in Erscheinung“. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegten „die vielfältigen negativen Auswirkungen von Waschbären auf heimische Arten und Ökosysteme“.

Die Debatte wird aus Sicht der Faktenchecker dadurch erschwert, dass sie Versicherungen Schäden durch Waschbären nicht gesondert erfasst - anders als beispielsweise Marderschäden oder Wolfsrisse. „Es besteht daher dringender Handlungsbedarf, solche Schäden systematisch in die Versicherungsstatistik aufzunehmen, um eine objektive Grundlage für weitere Bewertungen und Managemententscheidungen zu schaffen.“

© dpa-infocom, dpa:250920-930-61573/1

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: