MeinungPsychologieDie Qual des Wals

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Kommentar von Werner Bartens

Lesezeit: 2 Min.

Helfer versuchen mit Baggern am Strand von Niendorf, dem Wal einen Weg in die Freiheit zu graben.
Helfer versuchen mit Baggern am Strand von Niendorf, dem Wal einen Weg in die Freiheit zu graben. Daniel Bockwoldt/dpa

Der in der Ostsee gestrandete Wal hat viel Aufmerksamkeit und Betroffenheit erfahren – während wir das Artensterben weiterhin erfolgreich ignorieren. Über die Volten des Mitgefühls.

Sollte er nicht endlich einen Namen bekommen, der Buckelwal, der in der vergangenen Woche vor Timmendorfer Strand auf Grund gelaufen ist? „Timmbucktu“ würde sich anbieten, sofern diese Wortschöpfung nicht Gefahr läuft, in die Kategorie kulturell-animalische Aneignung zu fallen. Es hat auch Gegenstimmen gegeben, die davor warnten, dem gestrandeten Geschöpf einen Namen zu geben, weil das die emotionale Bindung an das leidende Tier noch weiter verstärken könnte. Doch nun hat sich das Tier ja offensichtlich befreit – und damit willkommen im Streitfall Kant gegen Hume, Einzelfall gegen kollektive Verantwortung und fernes Unglück gegen nahes Leid.

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