TiereDie Stinkwanzen kommen

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Wer sie gut behandelt, hat nichts zu befürchten: Stinkwanze auf der Suche nach einem Winterquartier.
Wer sie gut behandelt, hat nichts zu befürchten: Stinkwanze auf der Suche nach einem Winterquartier.
Foto: Gottfried Czepluch/Imago
  • Jetzt im Herbst drängen Stinkwanzen in Häuser und Wohnungen, um einen warmen Ort zum Überwintern zu finden.
  • Die Marmorierte Baumwanze gibt es erst seit 2011 in Deutschland und breitet sich durch den Klimawandel weiter aus.
  • Stinkwanzen sollte man vorsichtig mit einem Glas einfangen und nach draußen bringen, da sie bei Bedrohung übel riechen.
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Jetzt im Herbst drängen die Tiere in Häuser und Wohnungen. Was wollen die übel riechenden Insekten dort? Und wie wird man sie wieder los?

Von Tina Baier

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Sie sitzen regungslos auf dem Fensterbrett, fallen aus Schubladen und spazieren gemächlich über das Sofa. Aus einem Grund, den nur sie kennen, fliegen sie plötzlich dröhnend los, nur um gegen die nächste Lampe zu knallen oder sich in den Haaren eines Menschen zu verheddern. Im schlimmsten Fall erschrecken sie dabei mehr als ihr Opfer und sondern ein übel riechendes Sekret ab, dem sie auch ihren Namen verdanken: Stinkwanzen.

Jetzt im Herbst drängt die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) – so der wissenschaftliche Name der Insekten – in Häuser und Wohnungen. Die kühleren Nächte signalisieren den über einen Zentimeter großen, bräunlich gefärbten Insekten, dass es an der Zeit ist, sich einen warmen Ort zum Überwintern zu suchen.

Es ist jedoch eine Ausnahme, dass – wie in einer Studie im Journal of Entomological Science beschrieben – mehr als 26 000 Stinkwanzen in einem einzigen Haus überwintern. Überhaupt gibt es die Marmorierte Baumwanze erst seit dem Jahr 2011 in Deutschland; damals wurden die Insekten erstmals in Konstanz am Bodensee gesichtet. Ursprünglich stammen sie aus Asien, haben sich aber mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet.

Auch Einsaugen mit dem Staubsauger ist wenig ratsam

Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft LfL herrschten durch das Fortschreiten des Klimawandels auch in Deutschland zunehmend günstigere Bedingungen für die Insekten. Mittlerweile hätten sich die Tiere über weite Teile Südwestdeutschlands ausgebreitet. Aber auch aus anderen Regionen werden Funde gemeldet. „Es gibt keine klare Ausbreitungsfront, sondern eher punktförmige Befallsherde, die sich örtlich ausweiten“, schreibt die LfL.

Die gute Nachricht ist: Stinkwanzen sind für Menschen nicht gefährlich. Sie beißen nicht, sie stechen nicht und sie stinken nicht immer. Ist es passiert, kann es allerdings sehr unangenehm werden. Den Gestank nach einer Mischung aus ranzigem Fett, Koriander und bitteren Mandeln, der durch flüchtige organische Verbindungen wie Aldehyde und Alkane verursacht wird, bekommt man nur schwer wieder los. Hängt er in den Haaren, hilft nur gründliches Duschen und Shampoonieren. Kleidung sollte man bei möglichst hoher Temperatur waschen, bei Teppichen und Sofas kann man es mit Natron versuchen.

Am besten ist es, es gar nicht so weit kommen zu lassen und die Tiere freundlich zu behandeln. Das stinkende Sekret dient den Wanzen nämlich zur Abwehr von Feinden – etwa Vögeln. Deshalb sondern die Insekten den Stoff nur ab, wenn sie sich bedroht fühlen.

Eine Stinkwanze im Haus oder in der Wohnung zu erschlagen, ist deshalb die schlechteste Methode, das Tier loszuwerden: Anschließend muss man stundenlang lüften. Auch Einsaugen mit dem Staubsauger ist wenig ratsam: Der starke Luftzug ist für die Wanze Stress pur, der Staubsauger wird danach noch lange ranzigen Gestank ausstoßen.

Am besten ist es, eine Stinkwanze zuvorkommend und mit Respekt hinauszukomplimentieren. Zum Beispiel, indem man behutsam ein Glas über sie stülpt, ihr freundlich auf ein Stück Papier hilft, das man darunterschiebt, alles vorsichtig nach draußen trägt und die Wanze dort freilässt. In der Hoffnung, sie nie mehr wiederzusehen zu müssen.

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