Sternenhimmel:So können Sie Komet Lovejoy noch sehen

Lesezeit: 2 min

Sternenhimmel: Zweiatomige Kohlenstoffverbindungen in den Gasen des Schweifs lassen Komet Lovejoy grünlich schimmern

Zweiatomige Kohlenstoffverbindungen in den Gasen des Schweifs lassen Komet Lovejoy grünlich schimmern

(Foto: Roman Breisch)

In dieser Woche ist die Sicht auf Komet Lovejoy noch besonders gut, danach rast er in Richtung Sonne davon. Der Himmelskörper und sein grünlicher Schweif lassen sich selbst mit einfachen Ferngläsern beobachten.

Wer den Kometen Lovejoy entdecken will, muss sich sputen - und auf Wolkenlücken hoffen. Der Komet ist nur noch wenige Tage gut zu sehen, dann macht er sich davon zur Sonne.

Glück haben könnte man am Dienstagabend (20. Januar) im Nordwesten Deutschlands, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und am Alpenrand, sagte Meteorologe Christian Herold vom Wetterdienst Offenbach am Montag. Auch am Mittwoch gebe es in Teilen Deutschlands "zumindest zeitweise" Chancen. Wenn alles klappt, reicht vermutlich das bloße Auge. Der Kometen-Schweif dürfte nach Ansicht von Astronomen mit dem Fernglas zu sehen sein. Lovejoy steht im Süden, in diesen Tagen zwischen dem Sternbild Plejaden und Widder:

Sternenhimmel: Komet Lovejoy am Nachthimmel

Komet Lovejoy am Nachthimmel

(Foto: Sky & Telescope)

Nach Angaben des Blogs "Skyweek" sollte man ab dem Dämmerungsende um 18.50 Uhr bei einer Höhe von 61° Ausschau halten. In den kommenden Tagen steigt der Komet dann noch etwas weiter nach oben (detaillierte Angaben hier). Auf skyandtelescope.com finden Sie einen Plan, der sich gut zum Ausdrucken eignet.

"Mit jedem passablen Fernglas zu sehen"

Nach Neumond am Dienstag nimmt der Mond wieder zu, sein Leuchten kann dann stören. "Der Mond kommt wieder und wird jeden Tag ein bisschen heller", erklärte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) im hessischen Heppenheim, Otto Guthier.

Der Schweifstern leuchtet grünlich. "Das ist tatsächlich mit jedem passablen Fernglas zu sehen", sagte der VdS-Kometen-Experte Uwe Pilz. Für das Grün sind zweiatomige Kohlenstoffmoleküle in den Gasen des Schweifs verantwortlich. Kometen, die im Unterschied zu Lovejoy einen Staubschweif haben, leuchten aufgrund der Sonne eher gelblich. Seinen Namen hat er von seinem Entdecker, dem australischen Hobbyastronom Terry Lovejoy. Der Himmelskörper mit der Bezeichnung C/2014 Q2 ist schon der fünfte Komet, den Lovejoy entdeckte.

Der Erde kam der Komet am 7. Januar am nächsten, der Abstand betrug rund 70 Millionen Kilometer. Der Sonne am nächsten wird Lovejoy am 30. Januar sein. Dann dürfte er seine größte Schweif-Aktivität entwickeln. Weil er zu diesem Zeitpunkt von der Erde weiter weg ist, wird die Sicht dann eingeschränkt sein.

Kometen sind Brocken von einigen hundert Metern bis einigen zehn Kilometern Durchmesser und bestehen aus Staub, Geröll und Eis. Sie werden daher auch als schmutzige Schneebälle bezeichnet.

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