Sternenhimmel im August Bombardement der Brösel

Meteorjäger kommen auf ihre Kosten: Die kosmische Lightshow der Perseiden fällt dieses Jahr besonders malerisch aus. Kein störendes Mondlicht überstrahlt sie.

Von Helmut Hornung

Im August kommen Meteorjäger auf ihre Kosten, denn in der Nacht zum 12. regnet es die Sternschnuppen der Perseiden vom Firmament. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr morgens. Der Blick zu den im Volksmund Laurentius-Tränen genannten himmlischen Leuchtspuren fällt dieses Mal besonders malerisch aus: Kein störendes Mondlicht überstrahlt sie. Und dann ist der 11. August auch noch ein Samstag, an dem es viele bei schönem Wetter ohnehin ins Freie zieht - die kosmische Lightshow könnte zum Höhepunkt einer Grillparty geraten.

Der Sternenhimmel von Anfang August, 23.30 Uhr, bis Ende August, 21.30 Uhr.

(Foto: M. Rothe)

Die Perseiden stammen von dem Kometen 109P/Swift-Tuttle, der sie entlang seiner Umlaufbahn um die Sonne verteilt. Jährlich kreuzt die Erde im August diese Sandbahn und setzt sich dabei dem Bombardement der Brösel aus. Dringt ein solcher Meteoroid mit einer Geschwindigkeit von 216.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein, bildet sich durch die Reibung an den Luftteilchen hinter ihm ein Plasmakanal, in dem es zu atomaren Prozessen kommt: Ein Meteor blitzt auf. Übersteht der Meteoroid den Parforceritt durch die Atmosphäre und stürzt zu Boden, spricht man von einem Meteoriten.

Giovanni Schiaparelli erkannte 1862 als Erster den Zusammenhang zwischen Komet und Perseiden. In den folgenden Jahren suchten die Astronomen systematisch nach weiteren Meteorströmen. Die Sternschnuppen wurden dann nach der Konstellation benannt, in der dieser Radiant liegt, im Fall der Perseiden also im Bild Perseus. In den 1940-er Jahren nutzten die Forscher zusätzlich Radar. So wuchs die Zahl der Schauer noch einmal deutlich an. Die Internationale Astronomische Union musste bei ihrer Versammlung im Juni 2009 eine Liste mit 385 Meteorströmen bearbeiten.

Amateure fahnden für die Wissenschaft nach Sternschnuppen

Heute sind 64 davon offiziell bezeichnet, die anderen werden noch überprüft und eingeordnet. Längst fahnden automatische Netze wie CAMS (Cameras for Allsky Meteor Surveillance) nach Sternschnuppen. An den mit empfindlichen Videokameras ausgestatteten Stationen beteiligen sich auch viele Amateure. Seit 2010 hat CAMS an die 47.000 Bahnen registriert und dabei neue Ströme entdeckt, die von bisher unbekannten Kometen oder Asteroiden stammen.

Merkur erscheint von Mitte bis Ende August am morgendlichen Osthimmel. Dort finden wir auch die strahlend helle Venus sowie Jupiter, der nahe Aldebaran im Stier steht. Am Morgen des 14. August bereichert die schmale Sichel des abnehmenden Mondes das Szenario. Mars und Saturn halten sich beide unweit Spika im Bild Jungfrau auf und verschwinden zum Monatsende in der westlichen Abenddämmerung. Uranus finden geübte Beobachter im Walfisch, Neptun kommt am 24. August im Wassermann in Opposition zur Sonne. Der Fahrplan des Erdtrabanten: Vollmond am 2., Letztes Viertel am 9., Neumond am 17., Erstes Viertel am 24. und erneut Vollmond am 31. August.