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Palliativmedizin:Ja zur Sterbehilfe!

Lisheng Chang @changlisheng Unsplash getrocknete blume

Was genau bedeutet eigentlich Sterbehilfe, wenn Sterben der letzte Weg zurück zu dem Ort ist, aus dem man gekommen ist?

(Foto: Lisheng Chang/ Unsplash)

Kaum ein Begriff wird so chaotisch interpretiert wie Sterbehilfe. Dabei geht es darum, Menschen während ihrer letzten Momente zu begleiten. Über das Recht jedes Einzelnen, sein Ende mitzubestimmen.

Wenn die Angst Patienten überrennt, der Druck so groß wird, dass ihr Herz zu platzen droht, dann hat so mancher von ihnen am Ende des Lebens und manchmal auch schon davor diesen Gedanken: Es möge schnell gehen. Den Wunsch, dass es auf Knopfdruck vorbei ist, einfach so, jetzt und hier. Und leider, ja, das kommt vor, wünscht sich mancher nichts als einen Strick am Baum oder doch ein Pülverchen auf dem Nachttisch. Man könnte ja ein Schlückchen davon trinken oder milchig-trübe Flüssigkeit in seine Venen laufen sehen, damit die Augen einfach zuklappen, und es hinausgeht aus diesem Leben, das am Ende purer Schmerz war, in den Knochen, in den Eingeweiden, vielleicht auch in der Seele. Und manche Patienten fragen dann, welche Freude im Leben man noch haben kann, wenn die Enkelkinder einem die Socken anziehen müssen, wenn die Pflegerinnen, die sich rund um die Uhr kümmern, den Hintern abzuwischen haben? Da erscheint die Sterbehilfe doch wie eine süße Hoffnung. Nur: Sie ist gar nicht so süß, je länger man über sie nachdenkt.

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