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Statistik zum Passivrauchen:Zu wenig Nichtraucherschutz-Gesetze

Die Forscher untersuchten zudem, wie viel Zeit in guter Gesundheit Menschen verlorengeht, weil sie das Passivrauchen erdulden. Sie kamen addiert auf 10,9 Millionen Jahre Schmerz und Krankheit. Weit mehr als die Hälfte davon erleiden Kinder unter fünf Jahren, die mit Infekten der Atemwege zu kämpfen haben.

"Politikern sollte klar sein, dass Gesetze zum Nichtraucherschutz schnell die Zahl der Todesfälle senken und dass dann weniger Menschen krank werden", sagt Prüss-Ustün. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass schon im ersten Jahr nach einem Rauchverbot die Rate der Infarkte um bis zu 20 Prozent zurückgeht und auch andere Leiden seltener auftreten. Zudem senken Rauchverbote den Nikotinkonsum und animieren zum Aufhören.

Allerdings leben nur 7,4 Prozent der Weltbevölkerung in Regionen mit Nichtraucherschutz-Gesetzen.

Lassen die sich nicht durchsetzen, sollten Tabaksteuern erhöht, Verpackungen neutral gehalten und Werbeverbote erlassen werden, fordern die Forscher. "Gesetze können sich zwar auf das heimische Verhalten auswirken, aber man muss auch die Familien motivieren", sagen die Präventivmediziner Heather Wipfli und Jonathan Samet von der University of Southern California in Los Angeles. "Immerhin gehört Rauchen zu den Giften, die man komplett eliminieren kann - und der Nutzen zeigt sich schnell."

© SZ vom 26.11.2010/jobr
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Woman Emitting Smoke While Smoking At Home

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