Sozialverhalten Wo Weibchen um ein Männchen kämpfen

Meist sind es die männlichen Tiere, die sich harte Konkurrenzkämpfe um Partnerinnen liefern. Doch wenn die Zahl der Nebenbuhlerinnen wächst, nimmt bei manchen Tierarten auch die Gewaltbereitschaft unter Weibchen deutlich zu. Das gilt zum Beispiel für Bärenpaviane.

Von Thomas Wagner-Nagy

Wenn im Tierreich Männchen um Weibchen buhlen, kann es spektakulär und gewaltsam zugehen. Dass auch unter Weibchen ein erbitterter - wenn auch weniger offensichtlicher - Konkurrenzkampf tobt, konnten jetzt Biologen um Dorothy Cheney von der University of Pennsylvania am Beispiel von Bärenpavianen zeigen.

Weibliche Bärenpaviane (auch Tschakma genannt, Papio ursinus) sind nicht immer so freundlich zueinander wie diese beiden Tiere.

(Foto: oH)

Am Okawango-Delta in Botswana beobachteten sie eine Affengruppe mit über 50 Tieren 15 Jahre lang. Dabei bemerkten die Forscher, dass die Anzahl aggressiver Aktionen wie Zuschlagen, Beißen und Verjagen unter den Weibchen immer dann anstieg, wenn sich das Verhältnis von Weibchen zu Männchen und damit auch die Konkurrenz um Partner erhöhte.

Mit zunehmender Anzahl an Konkurrentinnen im Clan zerbrachen starke soziale Bindungen der Weibchen untereinander, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Animal Behaviour (Bd. 84, S. 21, 2012).

Besonders bei rangniedrigen Weibchen war aggressives Verhalten in Zeiten von Männerknappheit zu beobachten. Bislang waren solche Kämpfe nur bei monogamen Arten sowie bei jenen mit einer strikten Fortpflanzungshierarchie bekannt. Beides trifft auf Paviane nicht zu.