Sibirien:Perfekt erhaltenes Fohlen aus der Eiszeit entdeckt

Sibirien: Der Kadaver des eiszeitlichen Fohlens wird in der Universität Jakutsk näher untersucht.

Der Kadaver des eiszeitlichen Fohlens wird in der Universität Jakutsk näher untersucht.

(Foto: AP)
  • Forscher haben in Sibirien den Kadaver eines Fohlens entdeckt, das vor mehr als 30 000 Jahre lebte.
  • Der Permafrostboden hat das Tier perfekt konserviert: Selbst die Haare sind noch intakt.
  • Das Pferd gehört zu einer Art, die zum Ende der Eiszeit ausstarb.

"Tor zur Unterwelt" nennen die Sibirier den gut einen Kilometer langen und mehr als 100 Meter tiefen Krater nahe der Kleinstadt Batagai. Weil der Permafrostboden taut, sackt das Land stellenweise ab und der Batagaika-Krater frisst sich immer weiter durch die Taiga. Pro Jahr wird er bis zu 30 Meter breiter.

Es ist aber nicht nur ein Tor in die Tiefe, sondern auch in die Vergangenheit. Soeben hat der Krater ausgezeichnet erhaltene Überreste eines Fohlens ausgespuckt, das während der letzten Eiszeit graste. Haut, Hufe, Schwanz und selbst die Haare des Fells sind intakt. Forscher der Universität in Jakutsk schätzen das Alter des Pferds auf 30 000 bis 40 000 Jahre. Es wurde nur zwei Monate alt und einen Meter groß.

Sibirien: Das Fohlen wurde nur etwa einen Meter groß.

Das Fohlen wurde nur etwa einen Meter groß.

(Foto: AP)

Der Permafrost der letzten Eiszeit habe das Fohlen perfekt konserviert, teilten die Forscher mit. "Der Körper des Tieres wurde ohne Schäden gefunden, sogar das Fell war noch dran", sagte Semjon Grigorjew, der Chef des Mammut-Museums in Jakutsk, wo etliche ausgestorbene Tiere aus der Eiszeit aufbewahrt werden. Laut Grigorjew handelt es sich um das am besten erhaltene prähistorische Fohlen, das je entdeckt wurde.

Das Tier gehörte zur Art Equus lenensis. Diese Wildpferde verschwanden mit dem Ende der Kaltzeit von der Erde - zumindest von ihrer Oberfläche.

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