Serie: Mythen von Monstern (Teil 4):Großbritanniens Riesenkatzen

Mehrfach wurden Luchse gesehen, geschossen oder gefangen. Weitere Tiere, die erlegt oder eindeutig identifiziert wurden, sind Nebelparder (Neofelis nebulosa) - Raubkatzen, die an Leoparden erinnern, aber kleiner sind - und asiatische Rohrkatzen (Felis chaus). Auch Abdrücke wurden als die großer Katzen identifiziert. Und schließlich wurden mehrere Raubkatzenschädel gefunden - die allerdings von eingeführten Trophäen stammten oder deren Herkunft noch ungeklärt ist.

Darüber hinaus existieren etliche Fotos und Videos von verdächtigen Katzen. Die meisten lassen allerdings keine sichere Einschätzung der Größe der Tiere zu. Und viele Aufnahmen wurden als Fälschungen entlarvt. Doch einige Bilder scheinen tatsächlich relativ große Katzen zu zeigen.

Und es gibt auch eine mögliche Erklärung, wo sie ursprünglich herkommen könnten. Bis 1976 war es in Großbritannien erlaubt, große Raubkatzen zu halten. Nach dem Verbot wurden einige der Tiere einfach ausgesetzt.

Es gibt demnach große Raubkatzen in Großbritannien. Vieles spricht dafür, dass es sich vor allem um Luchse handelt, weniger um exotische, gefährliche Großkatzen.

Und viele der angeblichen Leoparden und Pumas waren und sind vermutlich lediglich entlaufene Nebelparder oder Rohrkatzen, deren Fell sich von dem der uns vertrauter Hauskatzen unterscheidet, sowie in Schottland Wildkatzen oder Mischformen zwischen wilden und domestizierten Tieren. Als solche gilt zum Beispiel die bis vor einigen Jahren noch unbekannte sogenannte Kellas-Katze.

Ein Mythos dürfte aber sein, dass Pumas, Leoparden oder Löwen auf den britischen Inseln heimisch geworden sind und sich erfolgreich fortpflanzen - auch wenn angeblich mehrfach große Raubkatzen mit Jungtieren beobachtet wurden. Wo sind die Überreste solcher Tiere? Und warum gibt es keine wirklich überzeugenden Videos der Katzen? Selbst die besten Aufnahmen sind nicht eindeutig. Davon kann sich jeder im Internet überzeugen.

Die Sichtungen werden weitergehen - und die Spekulationen auch. Und so lange wird der Mythos lebendig bleiben.

© sueddeutsche.de/mri
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