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Bio bizarr:Nur eine Variation

Die Antwort ist: Sie tun es gar nicht. Das Fortpflanzungsverhalten der Seepferdchen stellt trotz aller Besonderheiten nur eine Variation innerhalb der üblichen Reproduktionssysteme dar. So beschützen die Männchen die Jungen in ihrer Bruttasche und strengen sich bei der Geburt auch heftig an.

Die männlichen Seepferde tragen die Jungtiere in einer Bauchtasche aus.

(Foto: Foto: AP)

Doch unter dem Strich ist die Investition der Weibchen in den Nachwuchs immer noch doppelt so groß, wie Heather D. Masonjones vom Amherst College in Massachusetts, USA, festgestellt hat. Denn der Nachwuchs profitiert in erster Linie von der Energie, die die Mutter in die Eier gesteckt hat. Der Papa ist demnach wichtig. Aber die meiste Arbeit hatte - wie fast immer - die Mama.

Auch braucht das Weibchen nach der Paarung länger als das Männchen, um sich auf den nächsten Akt vorzubereiten. Letztlich bedeutet dies, dass die männlichen Tiere trotz ihrer Schwangerschaft theoretisch mehr Jungtiere produzieren könnten als die Weibchen - und zwar um 17 Prozent.

Biologen würden deshalb erwarten, dass männliche Konkurrenten aggressiv aufeinander reagieren - und tatsächlich wird dies auch beobachtet.

Warum aber schützen die Männchen die Jungen in ihrer Bruttasche, statt den Weibchen die ganze Arbeit zu überlassen, wie es bei den meisten anderen Tierarten üblich ist?

Seepferdchen neigen zur Monogamie: Haben sie erst einmal ihre Schwänze miteinander verhakt, so bleiben sie sich meist treu - sie setzen gewissermaßen wieder auf dasselbe (See)Pferd. Will das Weibchen möglichst viele Eier produzieren und sollen diese sich nach der Befruchtung geschützt entwickeln, so scheint die Arbeitsteilung von Vorteil: Papa stellt seine Bauchtasche zur Verfügung, so dass Mama gleich wieder an der nächsten Brut arbeiten kann.

Die Alternative für das Männchen wäre, sich nach einer anderen Partnerin umzusehen, statt die Eier auszubrüten. Die aber müsste er auch erst wieder von seinen Qualitäten überzeugen.

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