Psychologie:Es ist halt passiert

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Psychologie: Die Begierde trübt den Blick (und das Vermögen, über die eigenen Handlungen zu urteilen).

Die Begierde trübt den Blick (und das Vermögen, über die eigenen Handlungen zu urteilen).

(Foto: Roc Canals/Getty Images)

Kleinreden, leugnen und natürlich war der Alkohol schuld: Wie Menschen es schaffen, Seitensprünge vor sich selbst zu rechtfertigen.

Von Sebastian Herrmann

Im Rausch der Verliebtheit, wenn die Endorphine brodeln, existiert nur noch dieser eine Mensch. Jemand anderen begehren? Niemals! In dieser Phase glauben die Romantiker dieser Erde fest daran, dass die Schmetterlinge auf ewig durch ihre Bäuche flattern, dass sie einander lieben, ehren und treu sein werden, bis dass der Tod sie scheidet. Dann aber dreht ein Alltag voller Pflichten und Routinen langsam das gemeinsame Herdfeuer auf kleine Flamme. Die Begierde geht wieder auf Suche, nimmt Verlockungen wahr, und es passiert: Untreue, Seitensprung, Schmerz, Verrat. Neben den Folgen für die Beziehung und das Seelenkostüm des Hintergangenen stellt sich da eine Frage: Wie gelingt es den Untreuen, ihren Betrug vor sich selbst zu rechtfertigen? Nichts leichter als das. Die Menschen sind Meister darin, eigene Verfehlungen kleinzureden.

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