Schwerin„Wasser-Pfennig“ für Wälder: Kritik an Backhaus-Vorschlag

Lesezeit: 1 Min.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD).
Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD). Danny Gohlke/dpa/Archivbild

Mit seinem Vorschlag zur Einführung eines "Wasser-Pfennigs" als Abgeltung der Wald-Leistungen für sauberes Trinkwasser trifft Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und...

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

SZ bei Google bevorzugen

Schwerin (dpa/mv) - Mit seinem Vorschlag zur Einführung eines „Wasser-Pfennigs“ als Abgeltung der Wald-Leistungen für sauberes Trinkwasser trifft Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf Widerspruch. „Wer heute einen Sonder-Pfennig fordert, hat zum einen die Währungsreform verschlafen und zum anderen läuft er Gefahr, eine Sonderabgabe einzuführen, die wir nicht wieder loswerden“, erklärte der FDP-Landesvorsitzende René Domke am Mittwoch in Schwerin. Als Beispiele nannte er die Schaumweinsteuer zur Erhaltung der kaiserlichen Kriegsmarine und den Solidaritätszuschlag. Im Grundsatz sei der von Backhaus eingeschlagene Weg zur Sicherung und Entwicklung der Waldbestände aber zu begrüßen, weil damit „endlich konkreter Klimaschutz angegangen“ werde.

Kritik kam auch von der AfD-Landtagsfraktion. Der parteilose Abgeordnete Ralf Borschke sprach sich ebenfalls gegen Sonderabgaben aus und warf der Landesregierung eine „fatale Öko-Politik“ vor. Dadurch könnten sich viele Familien in Mecklenburg-Vorpommern kaum noch den teuren Strom leisten, sagte Borschke. Zu seinem Vorwurf, Backhaus wolle den auch von Wäldern gelieferten Sauerstoff „über die Hintertür „Walderhaltung“ versteuern, findet sich in der am Dienstag von Backhaus vorgelegten „Schweriner Erklärung“ zum Waldumbau allerdings nichts.

Die gemeinsam von Ministerium und Waldbesitzer-Verbänden erarbeitete Erklärung zielt darauf ab, Waldbesitzer für die Leistungen der Wälder für Klima, Luft, Wasser, Tierwelt und Erholung besser zu entlohnen. Dafür will Backhaus Töpfe von EU und Bund anzapfen, Abgaben für Umwelteingriffe einsetzen, aber auch den Bürger zur Kasse bitten. Die Erlöse aus dem Holzverkauf reichten längst nicht mehr aus, um Waldpflege und den klimabedingten Umbau der Wälder weg von anfälligen Monokulturen hin zu widerstandsfähigeren Mischwäldern zu bezahlen, sagte Backhaus zur Begründung. In einem ersten Schritt sollen nun Ökosystemleistungen einvernehmlich definiert und bewertet werden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: