SchwerinTill Backhaus kündigt Hilfen für Waldbesitzer an

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Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD).
Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD). Danny Gohlke/dpa/Archivbild

Waldbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern sollen künftig für ihre Umweltleistungen besser entlohnt werden. Dafür will Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD)...

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Schwerin (dpa/mv) - Waldbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern sollen künftig für ihre Umweltleistungen besser entlohnt werden. Dafür will Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) vor allem Töpfe von EU und Bund anzapfen, aber auch den Bürger zur Kasse bitten. „Die Leistungen des Ökosystems Wald werden von der Gesellschaft bisher nicht angemessen vergütet“, konstatierte Backhaus am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung der „Schweriner Erklärung“ für einen zukunftsfähigen Wald.

„Der Wald ist ein Multitalent“, sagte Backhaus. Er sorge für saubere Luft, nehme große Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids auf, liefere Rohstoffe, filtere und speichere Wasser, gebe Tieren und Pflanzen eine Heimat und biete den Menschen Erholungsraum. Die Erlöse aus dem Holzverkauf reichten aber längst nicht mehr, um Waldpflege und den klimabedingten Umbau der Wälder weg von anfälligen Monokulturen hin zu widerstandsfähigeren Mischwäldern zu bezahlen. Deshalb sei ein neues Finanzierungsmodell nötig, sagte Backhaus.

Er verwies auf eine von ihm in Auftrag gegebene Studie, nach der die Leistungen der Wälder im Land für die Allgemeinheit auf jährlich 65 Millionen Euro geschätzt werden. Das entspreche dem 1,3-Fachen der jährlichen Einkünfte aus dem Holzverkauf von rund 50 Millionen Euro.

Wie der Vorsitzende des Waldbesitzerverbands in Mecklenburg-Vorpommern, Ivo von Trotha, sagte, werden die „Systemleistungen“ des Waldes nur unzureichend honoriert. „Der Holzverkauf macht nur 20 Prozent des Nutzens des Waldes aus. Die 40 000 Privatwaldbesitzer im Land sollten aber 50 Prozent des Nutzens behalten.“ Mecklenburg-Vorpommern schlage mit der „Schweriner Erklärung“ bundesweit einen neuen Weg ein, der dem Wald zugute komme.

Backhaus hatte sich mit Vertretern privater und kommunaler Waldeigentümer auf die Erklärung verständigt. Demnach sollen in einem ersten Schritt Ökosystemleistungen einvernehmlich definiert und bewertet werden. Deren Honorierung solle dann zum Teil über Ökokonten erfolgen, die sich aus Zahlungen von Unternehmen für Natureingriffe speisen. Für Bereiche wie Tourismus, Wasser- oder CO2-Speicher müssten noch Vergütungsmechanismen erarbeitet werden.

Doch forderte Backhaus schon jetzt Änderungen von EU-Förderrichtlinien zugunsten von Waldbesitzern und den Einsatz von Mitteln aus dem jüngst beschlossenen Klimapaket des Bundes. Zudem regte er die Erhebung eines „Waldpfennigs“ für sauberes Trinkwasser an. Mit einem Cent je Kubikmeter könne jeder Verbraucher dazu beitragen, dass Wälder geschützt werden und so weiter ihren Beitrag zum Wasserhaushalt leisten. Der freie Zugang zum Wald werde aber auch in Zukunft unentgeltlich sein, versicherte der Minister.

Als erstes Bundesland habe Mecklenburg-Vorpommern zudem durchgesetzt, dass Waldbesitzer aus dem EU-Programm Natura 2000 Entschädigungen erhalten können, wenn sie einen besonderen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Dazu zählten etwa Maßnahmen zum Schutz von Adlerhorsten. Im Vorjahr seien aus diesem EU-Topf knapp 500 000 Euro an Waldbesitzer ausgezahlt worden.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 560 000 Hektar Wald. Mit einem Waldanteil von 24 Prozent ist das Land eines der waldärmsten Gebiete in Deutschland. Langfristig sollte sich der Nordosten am Bundesdurchschnitt von rund 30 Prozent Waldanteil orientieren, heißt es im 2016 beschlossenen Landeswaldprogramm. Doch verfehlt Mecklenburg-Vorpommern seither sein Ziel für die Aufforstung von jährlich 1000 Hektar. Im Jahr 2018 waren es lediglich 254,5 Hektar. Als Gründe gelten die intensive Flächennutzung durh die Landwirtschaft und hohe Bodenpreise.

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