Schwerin (dpa/mv) - Der Klimawandel wird nach Erkenntnissen der Landesregierung in den kommenden Jahrzehnten zu einer Bedrohung entlang der Küstenlinie Mecklenburg-Vorpommern führen. Bei einem Extremereignis, bei dem die Küstenschutzanlagen überflutet werden, könnte die Zahl der betroffenen Küstenbewohner bei rund 70 000 liegen, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) auf Anfrage. Allerdings seien solche Extremereignisse mit einer Wiederkehrwahrscheinlichkeit von 200 Jahren und dem Versagen der Schutzanlagen definiert. Würden die bedrohten Gebiete im Landesinneren beispielsweise entlang der Elbe miteingerechnet, wachse die Zahl der möglicherweise betroffenen Menschen auf rund 180 000.
Dabei variiere die Gefährdung beträchtlich. „Alle Gebiete, die bereits durch Landesküstenschutzanlagen vor Sturmfluten oder Küstenrückgang geschützt werden, weisen hohes Schadenspotenzial auf“, sagte Backhaus. Allerdings gebe es auch ungeschützte Gebiete mit hohem Schadenspotenzial. Dazu zählten beispielsweise Teile der Hansestadt Wismar.
Im Extremszenario liege die betroffene Hochwasserrisikofläche bei landesweit rund 340 Quadratkilometer. Dies sei eine deutliche Steigerung gegenüber früheren Angaben mit 134 Quadratkilometern.
